Ngu ngon?

„Ngu ngon“ heißt auf vietnamesisch „Gute Nacht!“. Um genau zu sein: „Schlaf gut!“.

Eigentlich war es nur ein Arbeitstitel, aber wie das mit Arbeitstiteln eben so ist… Er blieb. Anfangs unter anderem als leichter ironischer Schlenker auf das allgegenwärtige „Good Morning, Vietnam“, verblüffend gegenwärtig war. Als Slogan zumindest, auch wenn der Film mit Robin Williams selbst eher weniger bekannt war. Von Zeit zu Zeit taucht der Satz auch immer noch als Überschrift auf, wenn mal wieder ein Medium über Vietnam berichtet. Es herrscht schließlich „Aufbruchsstimmung“ (wenn auch schon ziemlich lange).

Die zweite passende Parallele waren die sechs Stunden Zeitverschiebung zwischen Vietnam und Deutschland: Hanoi war Deutschland immer voraus. Man konnte morgens keine Telefonate nach Deutschland führen, sondern musste bis nachmittags oder Abends warten. Wenn der typische Blog-Leser aus Deutschland wiederum abends hier auf die Seite schaute, dann lag Vietnam schon im Schlaf: Schlaf gut!

Was nicht gemeint war: Dass Vietnam in irgend einer Weise während der acht Jahre, in denen ich dort war, „verschlafen“ gewesen wäre.

Eher im Gegenteil.

7 Responses to Ngu ngon?

  1. Patrick says:

    Ich finde es immer wieder interessant, wie gleich sich viele Sprachen in Asien sind, auch wenn sie aus total verschiedenen Sprachfamilien stammen (sollen). Im Thailaendischen ist Ngon bspw. auch schlafen. Allerdings gruesst man hier nicht mit Tageszeiten oder Taetigkeiten. Man kann Bai Ngon sagen (ich gehe schlafen) oder besser Fan Dii (traeum schoen).

  2. admin says:

    Ich hätte das vermutlich präzisieren müssen: Dummerweise ist „ngon“ nämlich das „gut“. „Ngu“ heißt schlafen. Ich habe im vergangenen Jahr 14 Monate per Volkshochschulkurs ebenfalls mal ein wenig Thailändisch gelernt, und gleichzeitig angefangen, ein paar vietnamesische Brocken aufzuschnappen, und war damals auch völlig verwirrt, dass „ngon“ Schlafen heißt. Was allerdings stimmt, ist dass wenigstens die asiatischen Worte sich im Klang ähneln, und deswegen das Vokabel-Lernen erleichtern. Ein Wort wie „Co“ gibt es ja im Deutschen nicht. Auf Thai heißt es Insel („Ko“), auf Vietnamesisch unter anderem „Tante“. Ich denke bei Tante dann immer an Insel, und sofort fällt es mir ein. Sehr praktisch.

  3. jogi says:

    Hallo! Schlafen (eigentlich „liegen“) heißt in Thai :“noon“ mit langem „o“, also da ist kein „ng“ drin. Schlafen heißt „noon lap“. Alles Liebe

  4. Hana says:

    Hi, ich hab dich eben im Internet gefunden. Ich schätze mal, dass du Deutsche/r und momentan in Vietnam bist. Es freut mich sehr !!! … weil ich Vietnamese und nun in Deutschland zu studieren bin.
    Ich versuche mein Deutsch zu verbessern ( obwohl ich fast 4 Jahren in Deutschland bin, ist mein D. noch relativ schlecht). Und ich finde dein Blog sehr interessant. Es kann nicht besser sein, wenn man Fremdsprache durch die tägliche Geschichte seiner Heimat lernen kann. Ich speichere den Link deines Blogs wenn es seien darf. Viele Grüße !

  5. Baconontoast says:

    Xin chào các b?n,

    ich bin momentan Student in Wien und lerne seit 5 Monaten Vietnamesisch. Ich habe den Plan im Wintersemester 2014/2015 von August bis Januar an die Foreign Trade University in Hanoi zu gehen. Mein Vietnamesisch nimmt schon etwas Gestalt an und ich denke, wenn ich es noch ein Jahr durchziehe, dann wir das auch passen mit der Kommunikation.

    Allerdings, und deswegen schreibe ich auch, haben die Eltern meiner Freundin, welche Vietnamesen sind, mir abgeraten nach Vietnam zu gehen weil es so gefährlich ist. Alle möglichen üblen Sachen haben sie mir erzählt, von Korruption und Ausrauben bis hin zu Verschleppung. Sie sagten ich soll es mir noch ein Mal gut überlegen und mich noch irgendwo informieren.

    Ich möchte nun hier einmal Fragen, nachdem ich schon einig interessante Beiträge gelesen habe, ob mir jemand sagen kann wie es zur Zeit dort aussieht und ob die Sorge berechtigt ist? Ich habe mich schon intensiv mit dem Land beschäftigt und ich möchte dieses Auslandssemester auf keinen Fall sausen lassen. Ein Paar Ratschläge würden mir sehr viel Helfen.

    C?m ?n các b?n.

    Grüße aus Wien

    Baconontoast

    • Linh says:

      Hi Baconontoast,

      ich bin auch Studentin, in Berlin aber. Ich bin Vietnamesin und kam letzte Woche gerade aus Vietnam zurück.

      Die Eltern deiner Freundin haben Recht. Die Sicherheit ist dort nicht so gut wie in manchen Länder in Europa. Aber ich wurde auch mal beklaut, und zwar in einer Bibliothek in Berlin. Als ich in Hanoi war, lief ich ziemlich viel mit meinem Ipad auf der Straße rum und mir ist nichts passiert. Solange du auf deine Sachen aufpasst, dann ist alles in Ordnung.

      Was mich aber bei meinem Urlaub da stört ist die Verkehr. Die Leute fahren wie sie wollen. Es ist sehr sehr chaostisch. Ich brauchte die ersten drei Wochen, um mich daran zu gewöhnen. Ich sah da aber auch sehr viel Ausländer auf einem Motorad, wie die Einheimischen :).
      Korruption gibts da auch, noch schlimmer als früher, aber wie ich gehört habe, nur in staatlichen Unternehmen bzw.Organisationen.

      Du musst keine Sorgen machen. Es gibt mehr guten Menschen in dem Land als Schlechten. Die sind sehr freundlich, vor allem Ausländern gegenüber. Die werden dir weiter helfen.

      Chúc may m?n!
      LG
      Linh

  6. EH says:

    Wir haben bisher viele gute Erfahrungen in Vietnam machen können. Ein Getränkehändler an einer Bushaltestelle warnte meine Frau in Bezug auf Sicherheit wegen ihrer Halskette und ihrer Handtasche. Es dauerte mehrere Minuten bis wir seine Gebärden richtig verstanden, er sprach kein Englisch.
    Diebstahl im Gedränge oder von Mopedfahrern haben wir schon mitbekommen, hatten selber aber immer Glück. Vietnam halten wir für ein Land mit weniger Kriminalität als manche Gegend in Europa. Aufpassen ist trotzdem sinnvoll.

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