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Kurze Anmerkung zu Wikileaks

In Deutschland diskutieren gerade alle darüber, ob es ein Skandal ist, dass die Amerikaner Westerwelle für unfähig halten. Das ist ja alles sehr amüsant, aber es verfehlt den springenden Punkt. Und der springt in diesem Fall nicht in Deutschland herum, wo die Beziehungen auch solche „Enthüllungen“ aushalten werden, immerhin haben sie ja auch die Freundschaft von Bush und Schröder ausgehalten.

Das eigentliche Problem mit den veröffentlichten Dokumenten liegt in ganz anderen Ländern. Zum Beispiel hier. Es dürfte jedem klar sein, dass Menschen die Wahrheit immer wieder mal, sagen wir: beugen. Das fängt schon bei Fragen an wie „Findest du mich zu dick?“ oder bei Sätzen wie: „Bis bald hoffentlich.“ In vielen Situationen mag das für beide Seiten sogar sinnvoll sein. Beispiel staatliche Zusammenarbeit.

Wenn jetzt ein US-Botschaftsbeamter, rein hypothetisch, der Meinung ist, die Regierung in Vietnam sei ein korrupter Haufen, dann wird er ihnen das sicherlich nicht sagen, weil sie sonst zurecht beleidigt wären über diese unverschämte Direktheit. Er wird stattdessen sagen: „Ihr seid auf einem guten Weg, aber lasst uns euch helfen im Kampf gegen Korruption, das ist zum Wohl unserer beider Länder.“ Was man halt als Diplomat so gestelzt sagt, und weswegen wir die Diplomaten ja alle „lieben“.

Nun braucht es nicht viel Phantasie, sich auszumalen, was passiert, wenn ein vietnamesischer Politiker schwarz auf weiß lesen kann, was die Kollegen Diplomaten in Wirklichkeit so über einen denken.

Geholfen ist damit niemandem. Vielleicht werden es sich die Einheimischen auch schon gedacht haben, aber auf Papier geschrieben und weltweit veröffentlicht ist es halt trotzdem eine Beleidigung. Damit sind möglicherweise haufenweise sinnvoller, gemeinsame Projekte in Gefahr. Freuen kann sich da eigentlich keiner. Wenn ich Zeit habe, frage ich mal demnächst meine Bekannten bei der US-Botschaft nach.

Kann natürlich gut sein, dass sie mir antworten werden: „Wir sind auf einem guten Weg, und haben eine hervorragende Zusammenarbeit zum Wohle unserer beiden Völker.“

5 Responses to Kurze Anmerkung zu Wikileaks

  1. ThomasCrown says:

    Was mir kürzlich in den Sinn kam: Die deutschen Politiker können ja noch relativ gelassen mit den Enthüllungen umgehen (Westerwelle zu den Journalisten: „Da hab ich von ihnen aber schon Schlimmeres über mich gelesen“), aber könnte die Wirkung in Vietnam (und anderswo) möglicherweise eine andere sein, weil die besprochenen Personen ihr Gesicht verlieren?

  2. ngungon says:

    Hatte ich mich auch kurz gefragt, aber um ehrlich zu sein, sehe ich die Gefahr des „Gesicht verlierens“ weniger stark als die simple Gefahr echter politischer Komplikationen.

    Wenn herauskommen sollte, dass in irgend einem asiatischen Land die US-Botschaftsmitarbeiter schlecht über die Regierung denken, dann geht es weniger um das verlorene Gesicht, als um einen handfesten diplomatischen Zwischenfall.

    Das ist im normalen Geschäftsleben ja auch so: Man sagt seinem Geschäftspartner nicht unbedingt ins Gesicht, was man von seinem Charakter hält. Und ich selbst will es wohl auch lieber gar nicht so genau wissen, was andere von mir denken.

    Dass deutsche Politiker gelassener damit umgehen können, liegt wohl auch an der Tatsache, dass sie in der Tat durch Medien, Stammtische und Bevölkerung tagtäglich Spott und Kritik ausgesetzt sind.

  3. m says:

    Na, ich bin mal gespannt, ob da noch was kommt. Da Vietnam nicht so im Focus steht, koennte es sein, dass ich das dann gar nicht mitbekomme. Waere schoen, wenn Du am Thema dran bleibst.

  4. Minh Nh?t says:

    Die Wahrheit ist das höchste Gut, jeder Versuch, wie Ihrer, die Angelegenheit anders zu betrachten, ist nicht nur falsch, sondern gefährlich. Ausserdem ist zu hoffen, daß die vietnamesische Regierung sich von den Verlockungen der US-Anbiederung durch Wikileaks-Veröffentlichungen abgrenzen könne, die ja selbst eine Form der Korruption sind. Die USA wird, neben vielen anderen Bereichen, Vietnam ausnutzen als Basis für den bevostehenden Konflikt gegen China. Außerdem sind wir Vietnamesen garnicht so schnell beleidig, wie wir durch den Artikel hier erscheinen.

  5. m says:

    Sieht danach aus, als würden die Wikis jetzt doch einen deutschen Politiker in Schwierigkeiten bringen.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,735691,00.html

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