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Warum Vietnam Plastikgeld hat

Wer schon einmal in Vietnam war, dem ist möglicherweise aufgefallen, dass die vietnamesischen Geldscheine ziemlich modern aussehen. Auch passt der Begriff „Papiergeld“ nicht so richtig, denn die vietnamesischen Banknoten bestehen nicht (wie der Euro) aus Baumwollfasern, sondern aus Polymer, oder anders gesagt: Aus Plastik.

Das ist praktisch, weil die Polymerbanknoten von Hitze und Feuchtigkeit weniger betroffen sind, und länger frisch aussehen. Vergleichen kann man das sehr gut mit den nach wie vor aus Papier bestehenden „Kleingeldscheinen“ von unter 5000 Dong. Die sind häufig sehr zerknittert, sehr lapprig und weisen auch schon mal Blutspuren auf, vielleicht von der Marktfrau, die gerade ein halbes Schwein eingewickelt hat, bevor es ans Bezahlen ging.

Produziert wurden die modernen Plastikscheine von der australischen Druckerei Securency. Die wiederum gehört zur australischen Staatsbank, und sie hat derzeit Besuch von der Staatsanwaltschaft. Begründung: Securency hat nach Ansicht der Ermittler mithilfe von Schwarzgeldkonten dafür gesorgt, dass in zahlreichen Ländern die Staatsbanken die australischen Banknoten unbedingt haben wollten. Wer sie nicht so unbedingt haben wollte, bei dem sei mit Geschenken dafür gesorgt worden, dass er sie unbedingt haben wollte.

Auch in Vietnam.

Angeblich soll der Sohn des damaligen vietnamesischen Zentralbankchefs Le Duc Thuy auf diese Weise sein Studium in Großbritannien finanziert bekommen haben. Kostenpunkt: Mehrere zehntausend US-Dollar (aus Baumwolle, nicht aus Polymer). Im Gegenzug bekamen die Australier Aufträge im Wert von mehreren Millionen Dollar. Etwas heikel daran ist die Tatsache, dass der Zentralbankchef zwar 2007 seine Amtszeit beendete, aber bis heute einen äußerst wichtigen Posten als Vorsitzender des nationalen Finanzaufsichtsrats besetzt.

In Australien wehrt sich jetzt die australische Zentralbank mit Händen und Füßen gegen den Eindruck, sie habe auch nur das Geringste damit zu tun (ermittelt wird derzeit nur gegen die Mitarbeiter der Druckerei).

In Vietnam wiederum stellt sich Le Duc Thuy gerade den Fragen der Journalisten. Allerdings nicht zum Thema Polymerbanknoten, sondern zum Thema Dong-Abwertung. Vietnam hat nämlich den Wert des Dong gegenüber dem Dollar kräftig gesenkt, um fast zehn Prozent. Das war notwendig, weil schon die ganze Zeit eine ziemlich eklatante Lücke klaffte zwischen dem offiziellen Wechselkurs der Banken, und dem real auf der Straße gezahlten Wechselkurs. Der Dollar kostet jetzt derzeit etwa 20.000 Dong, das liegt immer noch unter Schwarzmarktpreis, aber nicht mehr so sehr.

Gut möglich, dass sich der Ex-Bankdirektor allerdings auch bald dem Thema Korruption widmen muss. Wenn die gesamte australische Presse berichtet, lässt sich das Thema kaum totschweigen. In Vietnam angekommen ist es jedenfalls schon. Die Zeitung Thanh Nien zitiert den Chef der vietnamesischen Inspektionsbehörde sinngemäß: „Wir können derzeit keine eigenen Ermittlungen aufnehmen, sondern nur auf Befehl der Regierung.“ Bei einer Inspektion 2007 habe man allerdings „keine Hinweise auf Korruption“ gefunden.

Nur auf „Mängel“.

Man habe diese „Mängel“ an Premierminister Dung weitergeleitet, und dieser habe daraufhin die Verantwortlichen (also die Bankdirektion) aufgefordert, „Lösungsvorschläge“ zu machen. Das ist zwar ein sehr freundlicher Umgang miteinander, aber effiziente Korruptionsbekämpfung sieht vermutlich doch ein wenig anders aus.

Immerhin bleibt ein Trost: Es mag zwar, möglicherweise, Korruption im Spiel gewesen sein, aber wenigstens ist was Sinnvolles bei rausgekommen.

Die Polymerbanknoten sind nämlich wirklich sehr angenehm.

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