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Tschi und Chi

Die Süddeutsche Zeitung hat heute einen kleinen Artikel über das Bob Dylan-Konzert in Vietnam. Der Altstar macht derzeit eine Asien-Tournee und wird unter anderem von Fans aus einer Heimat dafür kritsiert, dass er die Liste seiner Lieder jeweils den staatlichen Kulturbehörden zwecks „Absegnung“ vorgelegt hat. Für einen Musiker, der damit bekannt wurde, immer besonders politisch zu sein, und zu sagen, was man denkt, in der Tat ein wenig schizophren. In Anspielung auf Dylans bekanntes Lied lautet die Überschrift deswegen auch: „Die Zeiten ändern sich.“

Allerdings soll es in diesem Eintrag nicht um Bob Dylan gehen, sondern um den Ort des Konzerts. Die Süddeutsche schreibt da nämlich „in Ho Chi Minh Stadt, dem früheren Hanoi“. Das ist natürlich etwas peinlich, denn Ho Chi Minh Stadt hieß früher nicht Hanoi, sondern Saigon. Hanoi hieß früher Hanoi und heißt immer noch so. Interessant ist allerdings an der Stelle auch, dass es von Der-Stadt-die-früher-Saigon-hieß zwei Schreibweisen im Deutschen gibt. Im Spiegel zum Beispiel taucht sie als „Ho-Tschi-Minh-Stadt“ auf. Früher war diese Schreibweise auch deutlich weiter verbreitet, mittlerweile ist sie seltener geworden.

Streng genommen ist die Spiegel-Schreibweise richtig, weil sie die deutsche Aussprache korrekt wiedergibt. Es ist ja bei Städten (anders als bei Personennamen) international nicht unüblich, den Namen an die eigene Sprache anzupassen. So wie London im Französischen Londres heißt, und München im Englischen Munich. Städte, die das Suffix „-Stadt“ tragen sind sowieso immer schwierig, deswegen gibt es sowohl Mexico City als auch Mexiko Stadt.

„Chi“ könnte im Deutschen so wie „China“ ausgesprochen werden (was die Sache übrigens nicht einfacher macht, weil je nach Regionaldialekt sowohl „China“ als auch „Kina“ existiert), korrekt ist aber das „Tschi“. Das wissen aber auch die meisten Deutschen, es ist ja noch nicht so lange her, dass Horden von Studenten „Ho-Ho-Ho-Tschi-Minh!“ singend durch die Straßen gezogen sind. Es gibt sehr viele „Tsch“-Laute im Vietnamesischen. Nicht nur das „ch“, sondern auch das „tr“. Der berühmte Badeort Nha Trang heißt (zumindest im Hochvietnamesischen, aber damit ist jetzt auch genug mit den Dialekt-Ausnahmen) „Nha Tschang“.

Weniger bekannt als das „Chi“ ist allerdings die korrekte Aussprache der Silbe „Minh“. Hier sagen nämlich die meisten Deutschen „Min“. Das ist, wenn man das Vietnamesische zugrunde legt, falsch. Das „h“ als Endsilbe wird eher wie ein „g“ ausgesprochen, also Ho Chi Ming. Genau dasselbe gilt für den Frauennamen Linh (= „Ling“).

Da wiederum jedes Land andere Städte sowieso ausspricht, wie es will (siehe oben), ist es natürlich letztlich auch egal, wie es sie schreibt. Dass es selbst mit der korrekten Schreibweise zu Fehlern kommt, sieht man übrigens auch an Paris, dessen „s“ im Englischen und Deutschen ausgesprochen wird, einem Franzosen aber nie über die Lippen käme.

Und damit kurz zurück zu Dylan. Auf dessen Konzert gab es zusammen mit vietnamesischen Künstlern einen kurzen Tribut an einen bekannten vietnamesischen Liedermacher: Trinh Cong Son. Wer jetzt aufgepasst hat, weiß auch genau, wie „Trinh“ ausgesprochen wird.

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