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Wind im Schuh

Zartbesaitete Leser bitte den folgenden Beitrag nicht lesen. Er ist eine Erinnerung daran, dass Vietnam nicht Deutschland ist. Manchmal braucht es offenbar solche Erinnerungen.

Ich bin wie gewöhnlich aus der Wohnung gegangen. In die Schuhe schlüpfen, Motorradhelm nehmen, Jacke am Haken lassen (wir haben derzeit über 30 Grad Celsius.) Stehe im Fahrstuhl. Plötzlich spüre ich etwas seltsames an der Schuhspitze. Als ob von der Wand des Fahrstuhls aus irgendwie Wind in den Schuh geblasen wird. Das ist keine so ganz ungewöhnliche Idee, denn der Fahrstuhl hat tatsächlich eine interne Klimaanlage. (Die eher lästig ist, weil sie meist zu kalt ist).

Ich schaue mich kurz um, gehe einen Schritt in die Mitte des Fahrstuhls. Seltsames Gefühl hört auf. Zwei Sekunden später habe ich es auch schon wiedervergessen.

Dann wieder ein irritierendes Gefühl. Am rechten Knie. Ameise? Wespe? Zum Glück gibt es hier keine Wespen. Das ist einer der wirklich großen Vorteile. Man muss im Sommer keine Angst haben, gestochen zu werden. Man kann mit der Hand im Nacken eine Fliege verscheuchen, ohne Angst haben zu müssen, dass es eine Wespe sein könnte, die wütend wird.

Ich schüttele das Hosenbein.

Nichts passiert. Zwei Sekunden habe ich es auch schon wieder vergessen.

Drei Sekunden später krabbelt eine große Kakerlake aus meinem rechten Hosenbein heraus. Sie ist etwa so lang, wie mein Finger und so breit wie drei Finger. Sie ist groß. Und ich hatte sie im Hosenbein.

Folgendes kann nur passiert sein: Das Vieh saß in meinem Turnschuh, als ich in den Schuh geschlüpft bin. Vielleicht hat es sogar geschlafen oder sonst was. Ich habe es in meinem Schuh bis in den Aufzug getragen. Da hat es versucht, zu entkommen. Wohin entkommt man logischerweise, wenn man aus dem Schuh heraus will? Es gibt nur einen einzigen Weg: Die Hose hoch.

Selbst wenn ich das jetzt drei Tage später schreibe, überkommt mich ein sehr unangenehmes Kribbeln.

Beachtlich sind allerdings zwei Sachen. Erstens: Ich habe fast nichts gespürt. Dafür, dass das Ding so groß war, war es erstaunlich leichtfüßig. Interessanterweise hab ich auch nichts an der Haut gespürt, sondern an der Hose. Zweitens: So unglaublich eklig die ganze Sache ist – sie war offenbar völlig harmlos. Kakerlaken beißen nicht, sie stechen nicht. Eine Wespe wäre schlimmer gewesen (wenn auch deutlich weniger ekelhaft).

Seitdem bringe ich es allerdings nicht mehr fertig, in meine Schuhe zu schlüpfen, ohne sie vorher hochzunehmen und dreimal gegen den Schrank zu hauen. Oder sie ins Licht zu halten und reinzuschauen.

Es gibt Dinge, die will man kein zweites Mal im Leben erleben.

One Response to Wind im Schuh

  1. yeuem says:

    Jetzt weißt Du warum Vietnamesen gern in Badelatschen durch die Straßen schlürfen.

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