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Warum die Vietnamesen Koch-Mehrin kennen

Die Guttenberg-Affäre war nicht einfach nur ein deutsches Skandälchen, über dessen Wellen das europäische Ausland die Köpfe schüttelte. Sie zog nämlich Kreise bis zum anderen Ende der Welt. Auch in Vietnam tauchte der Name „Guttenberg“ auf, und zwar nicht im Zusammenhang mit der Bundeswehr-Reform oder Afghanistan, sondern mit der Plagiats-Affäre.

Dass ein hochrangiger deutscher Politiker seine Arbeit fälscht, war vietnamesischen Zeitungen zumindest eine kurze Meldung wert. Und das gleiche passierte in diesen Tagen jetzt wieder, mit der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin.

Warum? Es ist nicht ganz abwegig zu vermuten, dass hinter dem Interesse vor allem eines steckt: Die Erleichterung darüber, dass andere auch schlimme Finger sind. Vietnam hat ein Problem mit der Korruption, das schließt gelegentlich auch Ämterkauf mit ein, auch wenn das Phänomen wohl bei weitem nicht so ausgeprägt ist, wie in manch anderen Ländern der Welt. Vor allem aber ist der Betrug bei Uni-Prüfungen weit verbreitet (das war er übrigens schon vor 1000 Jahren; damals war es den Prüflingen an der Staatsakademie, dem Literaturtempel, nicht gestattet, ihr eigenes Papier zur Prüfung mitzubringen, aus Angst vor Betrugsversuchen).

Vor jeder Uni-Abschlussprüfung oder Abitursprüfung versichert die gesamte politische und hochschulverwaltungszuständige Elite immer sofort, dass „die Prüfungsfragen dieses Jahr absolut sicher und geheim seien“. Und je eifriger sie das versichern, umso mehr beschleicht einen das Gefühl, dass das vermutlich mal wieder nicht der Fall ist, und irgend ein Zögling dank des Geldes oder Einflusses seiner Familie die Prüfungsfragen bereits vor der Prüfung auf seinem Schreibtisch hat.

Nun wurde in Deutschland im Zuge der Guttenberg-Affäre ausführlich darüber diskutiert, dass es einen sehr großen Unterschied zwischen dem Problem des Abschreibens in Prüfungen und dem unwissenschaftlichen Anfertigen von Doktorarbeiten gibt (was vielleicht eines der wenigen wirklich sinnvollen Resultate der Angelegenheit war), aber diese Nuance mal beseite gelassen: Vietnam weiß selbst, dass es ein internes Problem mit Betrugsversuchen und Fälschungen hat, und, vielleicht noch schlimmer, das Land steht bekanntlich auch international in der Kritik, es mit dem „geistigen Eigentum“ und dem „Urheberrecht“ nicht ganz so genau zu nehmen. Da kommt die Nachricht über ähnliche Verfehlungen von hochrangigen deutschen Politikern natürlich nicht ganz ungelegen.

Ein Bekannter in Hanoi arbeitet bei einer westlichen Botschaft, und ist dort unter anderem zuständig für Urheberrechtsfragen. Der arme Kerl hatte es in den vergangenen Jahren nicht leicht, weil er sich fest vorgenommen hatte, keine gefälschten Produkte zu kaufen. (Zitat: „Ich würde nicht ausschließen, dass mir sonst bei den nächsten Urheberrechts-Verhandlungen die vietnamesischen Partner Fotos von meinem Kauf in dem Laden präsentieren.“) Das ist nun leichter gesagt, als getan. Erstens ist es quasi unmöglich, CDs und Filme zu kaufen. Selbst von vietnamesischen Musikern gibt es wenig echte CDs auf dem Markt (und das Schlimme ist: Selbst wenn sie echt aussehen, können sie gefälscht sein). Zweitens macht es auch den Kauf von Kleidungsstücken deutlich umständlicher. Der Bekannte musste mehrfach zur Irritation der Ladenbesitzer darauf hinweisen, dass er bitte den Gürtel OHNE Markenaufdruck haben wollte.

Ob Herrn Guttenberg bewusst war, dass er mit seinem Verhalten nicht nur sich selbst und die Wissenschaft gefährdet, sondern auch noch die deutschen Wirtschaftsinteressen in Asien?

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