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Hindenburg und Ly Thai To

An dieser Stelle sollte eigentlich ein Eintrag darüber stehen, dass alle großen Straßen in allen vietnamesischen Städten gleich heißen. In den vergangenen sieben Tagen war ich geschäftlich erst in Danang und dann in Ho-Chi-Minh-Stadt, und jedes Mal, wenn ich durch die Innenstadt gefahren bin, kamen mir plötzlich die Namen bekannt vor. Ly Thuong Kiet, Ly Thai To, Hai Ba Trung, Xuan Dieu, Tran Hung Dao – jeder Name ruft sofort eine Assoziation mit Hanoi hervor.

In Deutschland, war mein erster Gedanke, ist das nicht so. Ich bin im Laufe der vergangenen Jahre ein paar Mal umgezogen, und zu jedem Straßennamen fällt mir trotzdem nur eine bestimmte Stadt ein, nicht mehrere.

Eine kurze Internet-Recherche aber bedeutete dann das Ende dieses Beitrags. Es gibt tatsächlich in fast jeder größeren deutschen Stadt eine Goethestraße, eine Adenauerstraße und eine Gutenbergstraße.

Das wiederum hat mich dann an ein recht amüsantes Gedicht des Schriftstellers Alfred Andersch erinnert, in dem er die Erlebnisse seiner Lesereisen verarbeitet. Genauer gesagt: Die gehetzte Eintönigkeit einer Lesereise, die irgendwann alle Städte unterschiedslos ineinader verschwimmen lässt: „Das Goethe-Denkmal, die Hindenburgstraße / Die Hindenburgstraße, das Goethe-Denkmal“ heißt es dort.

Nun haben alle oben genannten Straßennamen eine Gemeinsamkeit: Es handelt sich um die Namen berühmten Persönlichkeiten. Die allgegenwärtige deutsche „Bahnhofstraße“ gibt es meines Wissens hierzulande nicht. Straßen, die nach Nachbarorten benannt sind („Mainzer Straße“, „Hamburger Straße“), gibt es, kommen aber gefühlt deutlich seltener vor. Und wenn sie vorkommen, weiß man auch nicht so genau, ob es tatsächllich um die Orte geht, oder nicht viel mehr um die symbolische Bedeutung des Ortes. „Dien Bien Phu“ ist so ein Beispiel. Die gleichnamige Straße in Hanoi führt meines Wissens nicht nach Nordwestvietnam, sondern ist nur eine Erinnerung an die Schlacht dort.

Möglicherweise ist das der Grund für die gefühlte Gleichtönigkeit vietnamesischer Straßen: Die meisten Namen entstanden zur selben Zeit, nach der Unabhängigkeit. Hanoi ist da wohl ein gutes Beispiel. Die Altstadt trägt durchgängig alte, „gewachsene“ Namen (bekanntlich vergeben nach der Art der Waren die dort verkauft wurde). Ein Großteil der anderen Straßen aber wurde von den Franzosen angelegt, mit französischen Namen versehen und nach der Unabhängigkeit umbenannt. Daher wohl die Vorliebe für herausragende nationale Heldengestalten und symbolträchtige Orte.

Ich kann es also nicht beweisen, dass Straßennamen mit berühmten Persönlichkeitein in Deutschland seltener sind, als in Vietnam, aber vom Gefühl her bleibe ich dabei.

Und sei es nur, damit ich diesen Eintrag nicht völlig löschen muss.

4 Responses to Hindenburg und Ly Thai To

  1. Laura Mai says:

    Ich glaube, dass dieses Gefühl daran liegen kann, dass es in Vietnamesischen Städten proportional einfach weniger Straßennamen gibt, da ja nur die großen Straßen wirkliche Namen haben, alle kleinen Nebenstraßen heißen dann Ngo, während man sich in Deutschland selbst für die kleinsten Straßen tolle Namen wie Alice-und-Hella-Hirsch-Ring oder so ausdenkt.
    Da es also meiner Theorie nach einfach weniger Straßennamen in Vietnam gibt, ist die Wahrscheinlichkeit, eine gleichnamige Straße in einer anderen Stadt zu finden größer ..?

    • ngungon says:

      Auch interessante Idee.

      Wobei ich trotzdem das Gefühl habe, dass deutsche Städte entweder mehr Wert darauf legen, besonders „lokale“ oder „regionale“ Namen zu haben (oder entsprechende Personen, Orte, Ereignisse zu würdigen), und/oder einfach mehr „alte“ Namen haben, die vermutlich schon vor mehreren Jahrunderten entstanden sind („Fischergasse“). Das fehlt in HCMC irgendwie komplett. Auch regionale Personen sind mir nur sehr wenige aufgefallen. HCMC hat zum Beisipel eine Nguyen-Thi-Minh-Khai-Straße, die hat Hanoi meines Wissens nicht.

      Interessante Frage wäre natürlich auch, wer in Vietnam Straßennamen vergibt oder in der Vergangenheit vergeben hat.

  2. Thanh says:

    Ich kann die Situation in Deutschland nicht wirklich beschreiben, aber entfacht, besonders in Wien, eine große Diskussion. Was in Vietnam von heut auf morgen beschlossen wird, braucht man in Österreich ziemlich lange um z.B. einem Stück Straße einen Namen zu geben. Was sehr auffallend ist, in Österreich werden die Hauptverkehrsachsen nach Orten im In- bzw. Ausland bezeichnet. Gefolgt von berühmten und lokalen Persönlichkeiten. Soweit zu Österreich, zurück nach Vietnam. Ich denke, im Bezug jetzt auf Österreich, dass die Verwaltung bzw. auch die Bevölkerung sich an dieses Namensschema gewöhnt hat, und zudem ist eine Transkription eines ausländisches Namens in Vietnamesische z.B. doch eher problematisch. Weiters sei auch der äußerst Patriotismus in Vietnam anzumerken. Allein dies lässt schon keine kunstvollen, einfallsreichen Namensgebung àla Österreich nicht zu. Soweit meine Einschätzung.

  3. Thanh says:

    EDIT zu meinem Kommentar: (Unterschlage des Öfteren Worte)
    (…) aber es entfacht, besonders in Wien, jedes Mal eine große Diskussion.

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