Weifeifrei

Vietnam hat Deutschland unter anderem eine Sache voraus: Es gibt fast überall freien WLAN-Zugang zum Internet. Fast jedes noch so kleine Café (und es gibt eine Menge kleiner Cafés in Hanoi) bietet Netzzugang. Jedes Hotel sowieso (nur bei den großen, teuren Fünfsternehotels muss man normalerweise zahlen – dann aber umso deftiger), und dazu kommen noch diverse andere Institutionen, und auch das eine oder andere ungesicherte Privatnetzwerk.

Fast überall lässt sich deswegen auf den Fenstern von Cafés oder Resaurants das Wort „Wifi“ finden. „WiFi“ steht im Englischen für kabellose Internetverbindungen. Interessanterweise ist das Wort ein Akronym, das gar kein Akronym ist. Es steht nämlich für nichts. Oder genauer: Es steht für ein Wort, das eigentlich ein Kunstwort ist: „Wireless Fidelity“. Eigentlich war WiFi aber bei seiner Erfindung ein reines Werbewort, das an Hi-Fi erinnern sollte.

Diesen kurzen Exkurs in moderne Wortetymologie mal beiseite geschoben: „WiFi“ ist allgegenwärtig in Hanois Straßen. Oft auch mit dem Zusatz „Free Wifi!“, und, nach meiner Beobachtung noch häufiger mit dem Zusatz „Wifi Free!“

„Wifi Free“ müsste streng genommen bedeuten, dass dieses Etablissement von Internet verschont ist. Das bedeutet es allerdings nicht. Es ist nur eine mehr oder weniger holprige Übersetzung direkt aus dem Vietnamesischen, wo die Adjektive normalerweise hinter dem Wort stehen. Die amüsante Doppeldeutigkeit wird also leider niemandem auffallen.

Mögliche Ausnahme ist ein italienisches Restaurant in Hanoi, an dessen Wand ein Schild hängt, dass groß erklärt: „Kein Internet. Aber Cabernet.“

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