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Neujahrsgrußregeln

Vietnamesische Neujahrsgrüße folgen meist einem bestimmten Schema. Abgesehen von dem Gruß „Frohes Neues Jahr“ folgen (je nach Intensität der Beziehung) meist noch eine gewisse Anzahl zusätzlicher guter Wünsche. Zu den Standards gehören Erfolg und Glück im Neuen Jahr. Bei unverheirateten Menschen gefolgt von „… und dass du einen Partner findest“. Bei verheirateten Menschen gefolgt von „… und ein Kind!“. Und so weiter. Was sich Vietnamesen im Allgemeinen als Glückseligkeit im Leben vorstellen.

Bei der alljährlichen Neujahrs-Gala im Fernsehen wurde nun eine besonders interessante Variante präsentiert. Sie ging an einen Deutschen. Die Neujahrs-Gala ist ein riesiges Fernsehspektakel, das sich am ehesten mit einer großen Karnevals-Show vergleichen ließe. Im positiven Sinne: Auf der Bühne parodiert eine Gruppe von Schauspielern die Ereignisse des vergangenen Jahres, das umfasst sowohl gesellschaftliche als auch politische Themen. (Nebenbei ein sehr interessanter Gradmesser dafür, was man aktuell so alles öffentlich kritisieren darf). Das Setting ist dabei immer dasselbe: Die Komödianten schlüpfen in die Rolle der verschiedenen vietnamesischen Götter (und teilweise anderer mystischer Gestalten), und parodieren dann mitunter recht scharf und feinzüngig das vietnamesische Leben.

Nun hatte Vietnam im vergangenen Jahr für einige Monate einen deutschen Fußballnationaltrainer. Der ehemalige Hertha-BSC-Berlin-Trainer Falko Götz hatte seit Sommer 2011 die Vietnamesen trainiert. Das sah auch eigentlich alles ganz vielversprechend aus, die Nationalmannschaft verkaufte sich in zwei WM-Qualifikationsrunden ganz passabel. Die U23-Mannschaft allerdings (die ebenfalls unter seine Verantwortung fiel) enttäuschte die Fans bei den Südostasienspielen im November vor allem durch ihr zwischenzeitlich lustloses Auftreten. Die Kritik war dann recht diffus, sie richtete sich sowohl an die Spieler (denen von einigen Zeitungen sogar Spielmanipulation vorgeworfen wurde), etwas weniger auch den Trainer, und vor allem aber den Verband. Der Verband tat, was ein Fußballverband in so einer Situation gerne mal zu tun pflegt: Er feuerte einfach den Trainer. Damit zeigt man Handlungsbereitschaft und lenkt von eigenen Problemen ab.

Dummerweise ging der Schuss nach hinten los, die Kritik der Fans an Falko Götz verstummte komplett, und richtete sich stattdessen vollends auf den Verband, der erst einen neuen Trainer holt, und ihn dann nach sechs Monaten wieder rausschmeißt. Brisanz bekam die ganze Sache noch dadurch, dass Götz zu der Zeit in Weihnachtsurlaub war, und von Deutschland aus erklären ließ, mit ihm habe noch niemand gesprochen, er wisse von der Sache nur durch die Medien. Von Verbandsseite war es also einer der stümperhaftesten Befreiungsschläge, die man sich vorstellen kann.

Ein gefundenes Fressen für die Neujahrsparodie.

Man stelle sich also vor: Ein Schauspieler auf der Bühne, der den Verbandspräsidenten verkörpert; mit dem Handy in der Hand. Anruf beim deutschen Trainer. Der folgende Monolog ging in etwa so: „Hallo! Hallo! Ja, Frohes, Neues Jahr! Ich wünsche dir ganz, ganz viel Erfolg für das kommende Jahr! Viel Erfolg. Und Glück! Ganz viel Glück. Und gutes Gelingen! Und, achso, übrigens: Du bist gefeuert. Und Frohe Weihnachten!“

Besser hätten es auch die Jungs vom Karneval nicht hinbekommen.

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