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Tod auf Schienen

Im vergangenen Jahr sind in Vietnam 271 Menschen beim Versuch gestorben, eine Bahnlinie zu überqueren. Diese erschreckend hohe Todeszahl lässt sich vor allem mit der hier leider landestypischen Mischung aus fehlender Aufklärung und persönlichem Risikoverhalten erklären. „Mir passiert schon nichts“ ist augenscheinlich das erste Mantra fast jedes Verkehrsteilnehmers hierzulande. Das zweite lautet vermutlich „Ich habs eilig.“

Vietnam verfügt über rund 2500 Kilometer Bahnstrecke, und Experten schätzen, dass alle 400 Meter sich ein Übergang befindet. Das wiederum entspräche etwa 6000 Übergängen. Davon wurden aber nur 1400 auch tatsächlich offiziell angelegt. Der Rest ist entstanden, weil irgendwann Menschen entschieden haben, dass man an dieser Stelle gut rüberlaufen kann.

Es kommt allerdings noch schlimmer: Laut Untersuchungen entsprechen fast 90 Prozent der legalen, öffentlichen Übergänge nicht den offiziellen Sicherheitslinien. Anders gesagt: Wer eine Bahnlinie überquert, der überquert sie in Vietnam auf eigene Gefahr. Problem: Außer diesen Übergängen gibt es überhaupt keine andere Möglichkeit. Das komplette Land ist fast völlig frei von Überführungen, Unterführungen oder sonstigem „Schnickschnack“.

Die jüngsten aufsehenerregenden Todesfälle betreffen unter anderem ein Hochzeitspaar am Tag ihrer Hochzeit (beim Überqueren einer Bahnlinie auf dem Motorroller), eine junge Frau sowie einen Lastwagenfahrer. Lokführer erzählen, sie würden „ein bis zweimal im Jahr“ mit solchen Unfällen konfrontiert. Die Zeitung Thanh Nien zitiert einen anonymen Eisenbahn-Mitarbeiter damit, dass viele Mitarbeiter sich regelmäßig betrinken würden, um die Bilder von Unfällen und Todesopfern aus dem Kopf zu verbannen.

Die Regierung hat nun bereits Mitte vergangenes Jahr per Beschluss verabschiedet, dass sämtliche illegale Übergänge entfernt, und bis dahin an allen bestehenden Übergängen Hilfspersonal postiert werden muss, das den Verkehrsteilnehmern behilflich ist.

Ob sich damit das Problem wirklich lösen lässt, ist allerdings eine andere Frage. Ein Abteilungsleiter der Saigon Eisenbahngesellschaft berichtet, vor kurzem sei einer seiner Hilfsbeamten an einem Übergang schwer verletzt worden: Als er die Schranke bereits fast geschlossen hatte, habe ein ungeduldiger Motorradfahrer unbedingt noch drüberfahren wollen.

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