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Im Geistertaxi

Der Taxifahrer heute wollte mal wieder nicht die Klimaanlage anschalten. Das passiert in Hanoi recht häufig. Es ist bisweilen eine ausgedehnte Diskussion nötig, um die Fahrer dazu zu bringen, auch wirklich die Fenster zu schließen. Gerade bei Wetter wie heute, grau, leichter Nieselregen, nicht zu kalt, aber auch nicht wirklich heiß. „Schönes Wetter“, wie die Hanoier es nennen (weil es nicht zu heiß ist).

Taxifahrer fahren bei solchem Wetter am liebsten mit offenem Fenster. Dass Hanois Straßen gerne mal staubig und dreckig sind, dass vorbeikommende Busse dicke Abgasschwaden durchs Fenster pusten, oder dass hupende Motorroller bei offenem Fenster eine unangenehme Kulisse bilden, nehmen die meisten Fahrer nicht wahr. Sie kennen es vermutlich auch gar nicht anders, und das Wort „Feinstaub“ haben sie sowieso noch nie gehört.

Der Fahrer schaltete die Klimaanlage auch heute also erst nach einigem Zögern ein. Allerdings hatte er diesmal einen tatsächlich überzeugenden Grund. Sobald er die Fenster geschlossen hatte, fingen die Reifen an, zu quietschen. Sie quietschten beim Beschleunigen, sie quietschten beim Bremsen. Sie quietschten, als hätte jemand vergessen, die Handbremse zu lösen.

Die Handbremse war aber gelöst. „Es ist die Klimaanlage“, erklärte der Taxifahrer. „Wenn die Klimaanlage an ist, dann quietschen die Reifen.“ Zum Beweis drückte er einmal kurz auf das Knöpfchen. Das Anzeigelämpchen der Klimaanlage erlosch. Die Reifen waren still. Nachdem im Wagen (bei geschlossenen Fenstern) die Scheiben anfingen, zu beschlagen, schaltete er die Anlage wieder ein. Es quietschte wieder.

Vielleicht kann mir ein fachkundiger KFZ-Mechaniker (oder Mechatroniker) erklären, wo bei einem Auto der unsichtbare Zusammenhang zwischen Klimaanlage und Reifen liegt. Oder ob es sich bei dem Auto um die vietnamesische Version des Schlossgespenstes handelt, dass im verwunschenen Schloss die Lichter flackern lässt.

Das erste, was der Fahrer tat, als wir ankamen, war jedenfalls, hastig die Fenster runterzukurbeln. Motorroller-Hupen waren ihm offenbar lieber als Quietschen.

2 Responses to Im Geistertaxi

  1. Matthias says:

    Ich stand einmal vor der Wahl, auf der Landstraße nachts entweder Klimaanlage anzuschalten (Präferenz des Fahrers) oder das Licht (meine Präferenz). Beides zusammen gieng irgendwie nicht.

    Aber zurück zu Deinem Thema: Waren das überhaupt die Reifen? Man kann auch vermuten, dass nicht die Reifen, sondern ein Keilriemen quietschte. Oft wird die Klimaanlage nämlich durch einen solchen angetrieben und dieser erst dann richtig belastet, wenn die Klimaanlage läuft.

    Kelriemen quietschen meist dann, wenn sie nicht richtig gespannt sind, zu abgenutzt sind oder die falsche Größe montiert ist und die Riemen sich nicht mehr richtig zwischen den Flanken der Riemenscheibe ‚einkeilen‘ können.

    Ich bezweifle übrigens, dass durch die Klimaanlage besser gefilterte Luft im Auto ankommt als durch das offene Fenster. Man denke auch zusätzlich an die ganzen Keime, die sich im Lüftungssystem bei feuchtwarmen Wetter bilden. Mit offenem Fenster zu fahren ist bei solch angenehmen Temperaturen also vermutlich nicht einmal ein Nachteil. :-)

  2. ngungon says:

    Danke für den Hinweis. Das mit dem Keilriemen klingt zumindest schlüssig. Das würde zumindest bedeuten, dass sich die Unfallgefahr durch das Anschalten der Klimaanlage nicht erhöht hat – im Gegensatz zu deinem Beispiel von Klimaanlage und Beleuchtung.

    Dass sich in den Lüftungssystemen gerne Keime bilden, ist sicherlich richtig. Ich gebe zu, mir ist die Innenluft irgendwie trotzdem lieber, als die Luft von draußen. Das mag auch rein psychologisch begründet sein. Aber Staub und Abgase, die durch das Fenster hereinwehen, riecht man einfach deutlicher.

    Vom Straßenlärm ganz zu schweigen.

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