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Trockene Quellen

Wer die vietnamesische Frühgeschichte studieren will, stößt schon bald auf ein sehr zentrales Problem: Die Quellenlage ist insgesamt ziemlich düster. Das meiste, was wir heute über die Zeit bis ins 11. Jahrhundert hinein wissen, stammt überwiegend aus chinesischen Quellen.

Das ist einerseits gar nicht schlecht, denn die Chinesen waren bereits zu jener Zeit sehr akribische Chronisten und Berichteschreiber. Andererseits beleuchtet es die vietnamesische Geschichte aus einem speziellen Blickwinkel, in dem Vietnam zunächst mal wenig mehr ist als ein „Barbarenland im Süden“ oder, über Jahrhunderte hinweg, eine chinesische Südprovinz. Vergleichbar also damit dass das deutsches Altertum komplett aus den Augen der Römer rekonstriert werden müsste.

Ein Umstand mit Folgen. Auch spätere, von vietnamesischen Gelehrten verfasste Chroniken verlassen sich oft in erheblichem Maße auf diese chinesischen Texte – es gab einfach keine anderen. Der um 1340 erschienene Text von Le Tac (einem Vietnamesen in chinesischen Diensten, der allerdings seine Ausbildung noch in Vietnam durchlaufen hatte), verlässt sich weitgehend auf diese Quellen, auch wenn er einige eigene Akzente setzt. Einer dieser Akzente ist die erste urkundliche Erwähnung von „Ba Trieu“, einer der heutigen Volksheldinnen Vietnams, wegen ihres Aufstands gegen die Chinesen im 3. Jahrhundert. Dass deren erste schriftliche Erwähnung ein Jahrtausend nach ihrem Aufstand stattfindet, verdeutlicht allerdings sehr schön die damit verbundene Problematik.

Die Zeit um das 13. und 15. Jahrhundert ist ohnehin eine Blütezeit, was vietnamesische Geschichtsschreibung angeht. Von diesem Zeitpunkt an gibt es endlich verschiedene Quellen, auch wenn einige davon heute verloren gegangen sind. Der berühmteste Name aus dieser Zeit ist der Historiker Le Van Huu (nach dem heute auch Straßen in Vietnam benannt sind). Vonnutzen sind aber auch die Aufzeichnungen des buddhistischen Gelehrten Ly Te Xuyen (14. Jahrhundert). Gleichzeitig sind zu dieser Zeit Geschichtsschreibung und Mythenüberlieferung noch eng miteinander verwoben (teilweise sind sie es bis heute). Es ist also nichts Besonderes, wenn große Taten und große Könige mit Hilfe von Geistern, göttlichem Eingreifen und Wundern beschrieben werden. Immerhin war Ly Te Xuyen Historiker genug, um genau seine Quellen und Überlieferungen anzugeben (wovon heute keine mehr existiert).

Der zweite große Name (neben Le Van Huu) ist aus dem 15. Jahrhundert der Historiker Ngo Si Lien. Dieser war Teil eines gewaltigen Sammelprojekts, bei dem der amtierende König befahl, alle historischen Texte in einer Bibliothek zu lagern und dadurch eine umfassende Liste geschichtlicher Ereignisse zu erhalten. Ngo Si Lien entschloss sich offenbar, darauf aufbauend einen eigenen Text zu schreiben, der streckenweise vor allem Kommentar ist.

Das ist ein Glück, denn die in der Bibliothek gesammelten Urkunden sind heute alle vernichtet oder verschwunden – Ngo Si Liens kommentierender Text aber existiert noch immer. Er ist damit das einzige Bindeglied zu einer heute nicht mehr erhältlichen Gruppe von Texten.

Das eingangs angesprochene Grundproblem freilich bleibt: Die Quellenlage an originären Texten ist mager. Vieles, was wir aus dem vietnamesischen Altertum bis ins 14. Jahrhundert hinein wissen, sind wiederum selbst nur Zusammenfassungen von anderen Texten oder ähnliche indirekte Überlieferungen.

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