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Umschläge und deren Inhalt

Ein vietnamesischer Thinktank hat zusammen mit einer Untersektion der internationalen NGO Transparency International eine Studie darüber veröffentlicht, wie häufig es in Krankenhäusern und bei Arztbesuchen zum Überreichen von „Umschlägen“ kommt. Umschläge sind die vornehme Umschreibung für Geldscheine, die den Besitzer wechseln. Fast jeder in Vietnam kann bestätigen, dass diese Praxis in den Arztpraxen existiert. Die Studie liefert nun ein paar Erkenntnisse dazu.

Etwa die Hälfte der Patienten erklärt, sie überreichten den Ärzten Umschläge, weil man das so mache, und jeder das so mache. Ein Drittel sagt, die Ärzte würden indirekt, aber eindeutig danach verlangen. Im Gegenzug sagen fast alle Ärzte, die Patienten würden das Geld völlig freiwillig geben, weil Geldgeschenke in Vietnam eine lange Tradition hätten.

Anders gesagt, vietnamesische Ärzte sind entweder sehr naiv oder gerissen genug, in Umfragen nicht ganz die Wahrheit zu sagen. Zwischen 50.000 Dong (zwei Euro) und fünf Millionen Dong (200 Euro) rangiert die Bandbreite der „Geschenke“, die Doktoren und Krankenhauspersonal annehmen. Glaubwürdig zumindest sind die Aussagen der Krankenschwestern, dass solche Geschenke in gar keinem Fall etwas an der tatsächlichen medizinischen Behandlung ändern. „Wir verabreichen nicht weniger Medizin, nutzen keine billigen Fäden für Nähte oder alte Handschuhe“, wird eine Frau zitiert.

Worauf Geld aber sehr wohl Einfluss haben kann, sind Zeit und Aufmerksamkeit. Und die wiederum können für den Krankheitsverlauf sogar entscheidender sein, als eine große Medikamentendosis. Schlimmer noch, ein Großteil der Patienten hegt offenbar sehr wohl die Angst, dass sie ohne die Extrazahlung von Geld mit Billig-Medizin abgespeist werden. Sogar das Krankenhauspersonal selbst ist sich da nicht ganz so sicher: Menschen, die selbst im Gesundheitswesen arbeiten, zahlen ebenfalls, wenn sie krank werden. Sicher ist sicher.

Ärzte und Pflegekräfte wiederum nehmen das Geld im Normalfall an. Zurückgewiesen wird kaum ein Umschlag, wenn überhaupt, dann überraschend häufig von besonders jungem Personal, das frisch von der Uni kommt. Aber spätestens nach etwa drei Jahren habe sich auch das erledigt. Die Ärzte erklären in der Umfrage, sie nehmen das Geld an, weil ihre Gehälter so mager seien. Oder auch, weil man das eben so tue, es machen ja schließlich alle.

Einige sagen auch, sie wollten den Patienten die Schande ersparen, die entstünde, wenn ein Arzt das Geld nicht in Empfang nähme.

Sehr nobel.

One Response to Umschläge und deren Inhalt

  1. Michael says:

    Hi, wie heißen diese Umschläge auf vietnamesisch?
    Danke und Gruß
    Michael

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