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Nicht mehr ins Lager

Ende Juni hat die vietnamesische Nationalversammlung beschlossen, dass Prostituierte künftig nicht mehr in Umerziehungslager geschickt werden. Diese Umerziehungslager gibt es tatsächlich noch in Vietnam. Sie sind, um es banal zu sagen, im Normalfall eher Arbeitslager, bei denen mit einer Mischung aus Arbeit und Erziehung versucht wird, den Menschen fehlerhaftes Verhalten auszutreiben. Der Anteil an Arbeit ist deutlich größer. Was es nach Ansicht der Kritiker aber dort nicht gibt, ist echte Aus- und Fortbildung, damit die dort versammelten Personen nach ihrer Entlassung einen anderen Berufsweg einschlagen können.

Eine Mehrzahl der Abgeordneten hat nun erkannt, dass das nicht funktioniert. (Wobei nicht weniger als 108 Parlamentarier trotzdem noch gegen den Vorschlag stimmten). Bislang wurden Prostituierte zwischen drei bis 18 Monaten in die Umerziehungslager geschickt. Laut Statistik im vergangenen Jahr etwa 1700 Menschen. Nach Ansicht des Parlaments sind deren Aufenthalte in den Lagern nicht nur sinnlos, sondern für den Staat auch noch unnötig teuer.

Prostitution ist in Vietnam komplett illegal, aber nichtsdestotrotz verbreitet. Genaue Zahlen sind schwierig. Offiziell gibt es 15.000 („illegale“) Prostituierte im Land, Experten schätzen die tatsächliche Zahl um ein Vielfaches höher. Pikant am Umgang mit dem Problem war in der Vergangenheit vor allen Dingen, dass die Prostituierten festgenommen, die Freier aber laufengelassen wurden. Mehr noch: Prostituierte mussten damit rechnen, mit Fotos in Zeitungen zu erscheinen, vor allem, wenn es sich um eine halbseidene Art von B-Prominenz handelte, während die nicht selten aus höchsten Geschäfts- und Politikkreisen stammenden Freier in ihrer Identität geschützt wurden.

Die vietnamesischen Medien sind leider in dieser Hinsicht noch weit entfernt von einheitlichen ethischen Regeln und Überlegungen zum Schutz von der Persönlichkeit. Ein bizarres Beispiel bot ein „Sex-Skandal“ vor einigen Wochen, bei dem ein junges, aufstrebendes Model in flagranti erwischt wurde. Die Fotos von ihr auf der Polizeiwache waren verpixelt, daneben stellten diverse Online-Zeitungen aber offizielle Model-Fotos. Unverpixelt.

Die erstaunlichste Nachricht in der ganzen Debatte um Prostitution und Gesetzesänderungen ist möglicherweise, dass sich Stimmen mehren, die Prostitution in Vietnam legalisieren wollen. An prominentester Stelle kein geringerer als der Oberstaatsanwalt des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit. Wäre die ganze Sache legal, ließe sie sich leichter verfolgen und im Zaum halten, lautet sein Argument. Allerdings halte ich es für äußerst unwahrscheinlich, dass es tatsächlich in naher Zukunft zu diesem Schritt kommt.

Geschlossen werden die Umerziehungslager allerdings nicht – sie werden weiterhin beispielsweise für verurteilte Drogenabhängige benutzt. Und auch die Männer und Frauen des Prostitutionsgewerbes dürfen sich noch nicht zu früh freuen: Das Gesetz tritt erst im Juli 2013 in Kraft.

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