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Europäisch-Asiatische Diskussionskultur

Man kann auf Konferenzen manchmal noch sehr schön erkennen, wie unterschiedlich die Diskussionskulturen in verschiedenen Ländern oder verschiedenen Regionen sind. Beispiel Konferenz zur Artenvielfalt und zum Klimawandel in Hanoi.

Es wird eine Arbeitsgruppe gebildet. Die Arbeitsgruppe hat zwei Teilnehmer, die jeweils einen Vortrag präsentieren, sowie eine vietnamesische Diskussionsleiterin. Und natürlich ein gemischtes Publikum.

Die vietnamesische Diskussionsleiterin präsentiert die zwei Leitfragen, die nach den Präsentationen in der Diskussion geklärt werden sollen.

Die Leitfragen sind sehr allgemein gehalten, und fast eher Fragen für die gesamte Konferenz als für das Thema der Arbeitsgruppe.

Noch bevor der erste Teilnehmer seinen Vortrag beginnen kann, springt ein Europäer auf, und fordert, dass die Fragen neu gefasst und präzisiert werden.

Die Gruppenteilnehmer fangen an zu tuscheln und über diesen Vorschlag zu diskutieren.

Der Referent, der den Vortrag halten möchte, steht hilflos vor dem Plenum.

Ein anderer Europäer schlägt vor, dass man das doch auch nach den Vorträgen lösen könnte.

Der erste Vortrag beginnt.

Der zweite Vortrag beginnt.

Die Diskussionsleiterin möchte die abschließende Diskussion eröffnen.

Eine andere Europäerin springt auf, und weist noch einmal darauf hin, dass die Fragen anders gestellt werden müssten.

Alle fangen wieder an zu tuscheln. Vor allem die Europäer.

Der allgemeine Moderator der Konferenz schaut vorbei, um sich über den Fortschritt der Arbeitsgruppe zu informieren, hört sich das Problem an, und erklärt, die Organisatoren hätten absichtlich allgemeine Fragen gestellt, damit sich die Ergebnisse der Gruppen ein wenig vergleichen ließen. Wenn man jedoch das Gefühl habe, dass eine präzisere Frage angebrachter sei, könne man auf Basis der Grundfragen selbstverständlich auch gerne ins Detail gehen. Wie auch immer man sich entscheide, er empfehle jedoch, möglichst schnell zu beginnen, denn es sei nicht mehr viel Zeit. Nur noch 15 Minuten.

Ein Vietnamese steht auf und hält einen sehr langen Beitrag über ein Thema, das nur sehr indirekt mit den Vorträgen zu tun hat.

Ein Europäer meldet sich, und schlägt vor, doch jetzt einfach abzustimmen, welche Fragen man beantworten wolle.

Alle fangen wieder an zu tuscheln.

Die Diskussionsleiterin setzt zu einem sehr langen Monolog an, und redet energisch auf die Vietnamesen ein. Der Übersetzer steht stumm daneben und lächelt hilflos. Die Europäer tuscheln noch mehr und bedrängen den Übersetzer, zu erklären, was die Diskussionsleiterin sagt.

Der Übersetzer erklärt, sie erkläre gerade, dass man die Anfangsfragen klären müsse. Und keine anderen.

Der Europäer fordert abermals zur Abstimmung auf. Es ist jetzt nur noch fünf Minuten Zeit bis zur Kaffee-Pause.

Die Diskussionsleiterin sagt, das sei so nicht abgemacht.

Drei Viertel der Europäer stehen auf, und beginnen ihre Kaffee-Pause fünf Minuten vorher.

Die Diskussionsleiterin verteilt Zettel, auf denen die übrig gebliebenen Diskussionsteilnehmer ihre Meinungen schreiben sollen, um sie an ein großes Flip-Chart zu heften.

Die Kaffee-Pause beginnt.

PS: Man könnte es vielleicht so zusammenfassen – Vietnamesen können bisweilen erstaunlich unflexibel sein, wenn es darum geht, Abläufe zu ändern. Europäer wiederum müssen grundsätzlich alles erst einmal in Frage stellen oder zumindest neu definieren. Und sie können manchmal unglaublich arrogant sein, wenn etwas nicht so läuft, wie sie es wollen.

PPS: Ich will gar nicht wissen, wie so etwas auf noch internationalerer Ebene abläuft. Ein Wunder, dass die UN überhaupt noch existieren.

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