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Büstenhalterrätsel

Seit etwa zwei Wochen berichten vietnamesische Zeitungen jetzt schon von einem mysteriösen Kriminalitätsfall, der mit weiblicher Unterwäsche und Pillen zu tun hat, in der Realität allerdings deutlich weniger prickelnd ist, als diese beiden Begriffe suggerieren.

Es fing damit an, dass die vietnamesische Polizei mehrere Büstenhalter beschlagnahmte. Die anschließenden Pressemeldungen warfen allesamt mehr Fragen auf, als sie Antworten gaben. Zum Beispiel dieser Bericht hier in der ansonsten recht informativen Zeitung Toui Tre. Darin erfährt man, dass BHs gefunden wurden, in denen sich wiederum Einlagen befinden, die mit einer „unidentifizierbaren Flüssigkeit“ gefüllt sind, in der sich „unidentifizierbare Pillen“ schwimmen. Die Rede ist von mindestens hundert solcher Textilien, die allesamt ohne Lieferschein und Importerklärung verkauft werden sollten, und ursprünglich aus China stammen. China, sollte man dazu wissen, hat in Vietnam einen leicht mythischen Ruf als Land, aus dem generell alle schlechten Produkte kommen. Wenn irgend ein Produkt sich als billig herausstellt, kommt es garantiert aus China. „Die Pillen bringen meine Haut zum jucken“, wird ein Kunde zitiert.

Da sich die Pillen nun wohlgemerkt in der Flüssigkeit befinden, die sich wiederum in der Einlage befindet, die im Stoff eingenäht ist, ist nicht ganz klar, warum jemand überhaupt auf die Idee kommt, all das aufzuschneiden und die Pillen anzufassen. In den folgenden Tagen berichten die Medien dann über eine etwas seltsame Kundenhysterie: Zahlreiche Frauen werden zitiert mit den Worten, sie hätten alle ihre chinesischen Büstenhalter entsorgt. „Ich weiß nicht, ob diese gefundenen BHs schädlich sind, aber allein die Tatsache, dass darin Pillen versteckt sind, macht mir Angst“, erklärt eine Frau in dem Artikel. Der Verkauf von Büstenhaltern mit Silikoneinlagen sinkt angeblich rapide. Die Behörden untersuchen nach eigenen Angaben die Substanzen, aber lassen nichts von sich hören. Mittlerweile wird die ganze Angelegenheit bereits „Büstenhalter-Skandal“ genannt.

Zuerst klang es für mich ja so, als würden da eventuell Drogen in Büstenhaltern geschmuggelt, allerdings wäre es eine etwas seltsame Schmuggelmethode, diese Büstenhalter auf den freien Markt zu werfen (und dann darauf zu warten, bis die Kunden sie wegschmeißen). Gleichzeitig ist zu diesem Zeitpunkt nach wie vor völlig schleierhaft, ob die Dinger überhaupt in irgend einer Weise gefährlich sind, mal abgesehen davon, dass sie Juckreiz verursachen, wenn man sie aufschneidet.

Erst diese Woche tauchen jetzt Meldungen auf, die ein klein wenig mehr Licht in die Sache bringen. Die Büstenhalter mit ihren Silikoneinlagen sind offenbar Spezialanfertigungen, die angeblich durch einen nicht näher definierten „Massage-Effekt“ die Brüste wachsen lassen. Die Massage soll ausgelöst werden durch die Pillen. Verkauft werden diese Wunder-BHs übrigens ab 55.000 Dong, das sind umgerechnet etwa zwei Euro. Günstiger ging Brustvergrößerung noch nie. Die Zeitung Thanh Nien zitiert dann auch gleich einen Schönheitschirurgen, der erklärt, der versprochene Effekt sei Humbug. (Was ganz zweifellos stimmt, und trotzdem überzeugender geklungen hätte, wenn der Satz von jemandem stammt, der mit Brustvergrößerung nicht sein Geld verdient.)

Ebenfalls ist mittlerweile geklärt, dass nicht nur das Aufschneiden der BHs für Juckreiz sorgt, sondern offenbar bereits das Tragen. Unter anderem, weil die Einlagen nicht immer dicht sind, und die darin enthaltene Flüssigkeit ausläuft. Jetzt schwappt die nächste Welle der Empörung über die Medienberichte, weil herauskommt, dass die Flüssigkeit „krebserregend“ sei. (Unter den Tisch fällt dabei, dass auch Weichspüler „krebserregend“ sein können. Oder Abgase. Oder Zigarretten.)

Wir fassen zusammen: Billige Büstenhalter mit hochstaplerischen Versprechen vom massageinduzierten Brustwachstum werden in Vietnam massenweise importiert, und enthalten eine fragwürdige Flüssigkeit, die zu allem Überfluss auch noch bei einigen schlecht verarbeiteten Teilen aus den Einlagen tropft. Bei einem Preis von zwei Euro irgendwie nicht so wirklich überraschend. Mehr ist eigentlich nicht passiert. Die Reaktion der Medien in den letzten Tagen ist aber mindestens „konfus“ zu nennen.

Was es nun mit den mysteriösen Pillen auf sich hat, ist nach wie vor nicht geklärt. Eine anonyme Quelle eines europäischen Wäscheherstellers wurde allerdings zitiert mit der Mutmaßung: Vermutlich sollen die Pillen einfach nur dafür sorgen, dass die Flüssigkeit nicht verdickt und starr wird.

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