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Zur Ohnmacht verdammt

Wasserkraft gilt im Allgemeinen als „grüne“ Energie und damit als wünschenswert. In diesen Wochen sehen viele Vietnamesen das ein wenig anders. Denn am 7. November begann Laos offiziell mit dem Spatenstich seines Xayaburi-Damms. Der Damm wird im Mekong errichtet, und der Mekong fließt nicht nur durch Laos, sondern auch durch Thailand und später durch Vietnam.

Die ganze Sache ist ein Lehrstück über internationale Interessenkonflikte und leider ein schillerndes Beispiel dafür, dass die südostasiatische Asean-Gemeinschaft, die seit ihren Anfängen despektierlich als „Schwatzbude“ verschrien wird (weil sie rein auf Konsens und Diskussion basiert), bis heute von einem echten Miteinander weit entfernt ist.

Laos plant seinen Damm schon länger. Vietnam hat schon vor einiger Zeit Protest eingelegt. Das gigantische Wasserkraftwerk könnte dafür sorgen, dass zahlreiche Fischarten aussterben, oder zumindest nicht mehr bis ins Mekongdelta gelangen. Es könnte außerdem verheerende Auswirkungen auf die Wasserstände im Delta haben, sowie auf die Sedimentzusammensetzung der Böden. Im schlimmsten Fall könnte es die Landwirtschaft des Mekongdeltas ruinieren, des „Reiskorbs“ von Vietnam.

Dabei ist Vietnam nicht das einzige betroffene Land. Der Mekong fließt auch durch Thailand und Kambodscha. Er fließt, außerdem, zuvor durch Myanmar und China, und alle diese Länder könnten auf die eine oder andere Weise betroffen sein, denn Beobachter fürchten, wenn erst der Xayaburi-Damm durchgewunken wird, dann werde auch China seine ehrgeizigen Wasserkraftprojekte am Mekong durchsetzen. Die Rede ist von mindestens drei großen chinesischen Staudämmen am Mekong, insgesamt könnten in der ganzen Region ein Dutzend Wasserkraftwerke entstehen. Der riesige Fluss könnte gewissermaßen ein Rinnsaal werden, wenn er in Vietnam eintrifft.

Vietnam sitzt buchstäblich am Ende der Schlange und nutzt den Mekong als einziges Land nicht zur Energiegewinnung, sondern für die Landwirtschaft. Den Protesten wurde von laotischer Seite entgegengesetzt, der Damm werde ein modernes Technologiewunder mit Fischleiter und einer Sedimentspülung. Skeptiker verweisen darauf, dass diesen Technologien jegliche Grundlage und statistisch geprüfte Verlässlichkeit fehlten.

Thailand schweigt zu der ganzen Sache, weil die Thailänder vermutlich einen Großteil der laotischen Wasserkraftenergie kaufen wollen, außerdem sind sie mit Investoren am Projekt beteiligt. Auf welchem Vertrauensstand sich Südostasien befindet, kann man außerdem schön an den vietnamesischen Befürchtungen beobachten, Thailand wolle mit dem Damm gezielt den Reisexportkonkurrenten Vietnam schwächen.

Seit 1995 existiert ein Vertrag der Mekong-Anrainer-Staaten, der bei solchen Projekten gemeinsame Verhandlungen vorschreibt. Wie so viele südostasiatische Institutionen ist der Vertrag allerdings zahnlos: Kein Staat hat ein Veto. Vietnam, das gegenüber seinen kleineren Nachbarn Kambodscha und Laos sonst traditionell mit einer gewissen Dominanz auftreten kann, sieht sich plötzlich als hilfloser Zuschauer. Dass im Hintergrund der Riese China sitzt, der zu diversen kleineren südostasiatischen Staaten wie Laos und Myanmar kalkuliert gute Beziehungen pflegt, macht die Sache nur noch komplizierter. Vor allem wird es sehr unwahrscheinlich, dass die Asean sich in dieser Konstellation auf einen gemeinsamen Protest gegen mögliche chinesische Dämme einigen kann.

Zu erwähnen wäre allerdings auch, dass Vietnam im eigenen Land mit Wasserkraftwerken und Staudämmen bislang nicht gerade zimperlich war. Ganze Dörfer und Landstriche sind in der Vergangenheit diversen vietnamesischen Stauseen zum Opfer gefallen. Es bleibt leider das traurige Fazit, dass Umweltprobleme meist erst dann auffallen, wenn man selbst keinen wirtschaftlichen Nutzen aus der Sache ziehen kann.

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