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Sternenoper

Kommende Woche wird in der Hanoier Oper erstmals seit 1981 wieder eine Art Klassiker aufgeführt: Die erste vietnamesische Oper, 1965 von Komponist Do Nhuan geschrieben. Ihr Name ist „Cô Sao“, übersetzen könnte man das mit „Frau Stern“. Opern haben in Vietnam keine wirkliche Tradition, es gab eine kurze Blütezeit von den 60ern bis in die 80er Jahre, in denen sich erstmals vietnamesische Musiker daran machten, die ausländische Musikform in einheimische Formen zu gießen. Davor (und übrigens auch danach) galt dann: Opern wurden zwar aufgeführt, aber wenn, dann die Klassiker aus Europa. Vietnam widmete sich eher seiner eigenen Musiktradition: Dem Cai Luong oder dem Cheo, beides ebenfalls Theaterformen mit Tanz und Gesang, aber einem völlig anderen Regel- und Traditionskodex folgend.

Jetzt also die Wiederaufführung einer Oper, die zuvor gerade drei Mal überhaupt professionell gespielt wurde. Gespielt vom Hanoier Opernensemble, unterstützt vom nationalen Sinfonieorchester und unter der Leitung vom Japaner Honna Tetsuji, einem Dirigenten, der in der Vergangenheit schon eine ganze Reihe Stücke in Vietnam geleitet hat, allerdings meines Wissens überwiegend ausländische Klassiker. (Der internationale Chor, in dem ich selbst Mitglied bin, hat auch bereits Projekte mit dem Japaner auf den Weg gebracht.)

Etwas überraschend mutet allerdings an, dass die gesamte Gruppe gerade mal nur drei Monate Zeit hatte, um zu proben. Wenn auch nicht völlig ungewöhnlich für musikalische Großprojekte in Vietnam, auch die vietnamesische Aufführung von „Carmen“ unter der Leitung der schwedischen Dirigentin Helena Röhr hatte eine ähnlich kurze Probezeit (wie ich mich damals als Ensemble-Mitglied live überzeugen durfte).

Noch skurriler klingt dann die Tatsache, dass die Original-Partitur der Oper verloren gegangen ist, und über eine alte Bleistift-Kopie mühsam rekonstruiert werden musste. Der Prozess dauerte angeblich ein Jahr.

Der Inhalt der Oper behandelt übrigens, wenig überraschend, den vietnamesischen Kampf gegen die Franzosen, die Revolution und die Liebe. In dieser Hinsicht also sehr traditionell, gerade für die 60er Jahre, wo sich Vietnam ja bekanntlich bereits auf den zweiten großen Konflikt mit den Amerikanern vorbereitete. Eine junge Frau (namens Sao) wird von ihrer Dorfgemeinschaft verstoßen, und will sich deswegen eigentlich einer französischen Tanzgruppe anschließen, wird aber durch ein Zusammentreffen mit vietnamesischen Revolutionären vor diesem Schritt bewahrt und schließt sich stattdessen den Widerstandskämpfern gegen die Kolonialmacht an. Theaterstücke und Fernsehspiele, die solche oder ähnliche Kriegsthemen behandeln, gibt es in Vietnam bis heute zuhauf.

Interessant klingt es trotzdem. Vielleicht finde ich ja die Zeit.

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