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Gold auf vier Beinen

Beim Begriff „Goldrausch“ denkt man normalerweise an, nun, Gold. Im übertragenen Sinn vielleicht auch an andere Rohstoffe wie Öl, oder im sehr weit übertragenen Sinn, an die Börse. Prinzipiell an alles, was man raffen und verkaufen kann.

Insofern ist die Titelwahl für ein neues über Vietnam erschienenes Buch recht kreativ: „Gold Rush in the Jungle“ handelt von einem Goldfieber der besonderen Art: Der Jagd und der Entdeckung neuer Tierarten im vietnamesischen Urwald. Jagd ist dabei doppeldeutig zu verstehen. Die „Jäger“ sind sowohl Wissenschaftler, als auch – Jäger. Acht von zehn Neuentdeckungen größerer Säugetiere in den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden in Vietnam gemacht. Die besondere Geographie des südostasiatischen Festlands, wo sich sozusagen die Ausläufer des Himalayas mit den indo-malaysischen Regenwäldern treffen, und wo Gebirgszüge, Karstlandschaften und Wälder kleine, abgeschiedene Mikro-Landschaften erschaffen, in die sich seltene Tierarten zurückziehen (oder gar eigenständig entwickeln) konnten, diese besondere Geographie ist ein ganz eigenes Paradies für Tiere und Pflanzen.

Oder war es zumindest.

Buch-Autor Dan Drollette zeichnet im neu erschienenen Buch (das ich noch nicht gelesen habe) ein Bild mit ungewissem Ausgang zwischen „Untergang“ und „Rettung“, zwischen Naturschützern und Wilderern. Eine Rezension des britischen Wissenschaftsmagazins „New Scientist“ hingegen stellt ein deutlich düstereres Bild dagegen. Der Autor des Beitrags zitiert den Wissenschaftler Alan Rabinowitz mit den Worten: „Ich bin nicht sicher, dass es in Vietnam noch viel zu retten gibt.“ Das Wirtschaftswachstum, die Bevölkerungsexplosion, die Suche nach neuem Ackerland und Industriegrundstücken in Vietnam habe bereits einen Großteil des natürlichen Lebensraums für zahlreiche Spezies zerstört, argumentiert Rabinowitz im „New Scientist“. Er habe noch Hoffnung für Länder wie Laos oder Myanmar, wo die wirtschaftliche Entwicklung noch nicht so rasant begonnen habe, oder auch für Länder wie Thailand, in denen es eine stärkere Umweltbewegung gebe. Vietnam hingegen, sagt Rabinowitz, befinde sich genau mittendrin: Die wirtschaftliche Gier sei zu stark, und das gesellschaftliche Umweltbewusstsein (noch?) viel zu schwach. (Das sagt er so direkt nicht, aber so muss man seine Aufzählung wohl interpretieren).

Vietnams letztes Nashorn starb bereits 2011, nachdem es für mehrere Jahre mehr oder weniger in einem Nationalpark „feststeckte“. Es wurde mit von Wilderern abgesägtem Horn gefunden. Ein ähnliches Schicksal wird wohl irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft den letzten vereinzelten Tigern und Elefanten in Vietnam blühen.

Die Magazin-Rezension endet mit dem Satz: „Drollettes Goldrausch ist offenbar bereits vorbei. Aber egal, was der Wahrheit näher kommt, es ist ein packendes Buch.“ Ich habe es mir mal auf die Einkaufsliste gepackt.

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