Fernsehen und Nachrichten

Bei einer Diskussionsrunde mit vietnamesischen Studenten zum Thema „Die Zukunft der Medien“ habe ich auf meine Frage, wer denn alles zu Hause Fernsehnachrichten schaue, eine verblüffende Reaktion erhalten: Fast der komplette Raum mit etwa 40 Studenten hob die Hand.

Ich wage zu behaupten dass das in Deutschland anders wäre. Sich abends um 20 Uhr vor den Fernsehnachrichten zu versammeln war jedenfalls selbst zu meiner Studentenzeit nicht mehr sonderlich in, und die liegt nun auch schon einige Jahre zurück. Das eigentlich Verwunderliche daran ist, dass gerade die jungen vietnamesischen Städter äußerst onlineverwurzelt sind. Alles wird über das Internet aufgesogen: Unterhaltung, Information, Kontakte. Da stehen die Vietnamesen ihren deutschen Altersgenossen nun wirklich nicht nach.

„Warum schaut ihr denn dann Fernsehnachrichten?“, frage ich.

Nun, wendet ein Student zaghaft ein, genau genommen sei es ja so: Man esse eben abends gemeinsam mit den Eltern und der Familie, und dabei laufe dann immer der Fernseher. Was abends meistens bedeutet: Nachrichten. Deswegen schaue man also Nachrichten.

Gezwungenermaßen.

Und Nebenbei.

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