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Das Dollar-Problem

Vietnam hat ein Problem mit dem Dollar. Und zwar ein ziemlich großes. Dazu muss man wissen, dass der vietnamesische Dong relativ fest an den Dollar gekoppelt ist – er steht schon seit ich mich erinnern kann bei rund 16.000 Dong pro Dollar.

Das hat natürlich Gründe. Vor allem den Export. Vietnam zieht einen Großteil seines Wirtschaftswachstums aus der Exportwirtschaft, und da vor allem in die USA. Und da ja international sowieso gerne in Dollar abgewickelt wird, ist das einfach am praktischsten.

Das fördert natürlich die Inflation. Gleich in mehrfacher Hinsicht. Da der Dollar sich ja in freiem Fall befindet, werden plötzlich Importe aus allen möglichen anderen Ländern teurer. (Und der Ölpreis steigt ja sowieso.) Zweitens musste die Staatsbank Ende 2007 massiv Dollar aufkaufen, um den gewünschten Wechselkurs auch tatsächlich halten zu können. Das hat sie zwar öffentlich nicht erklärt, aber aus immer mehr Zeitungsberichten konnte man es sich schließlich zusammenreimen. Erklärt hat sie es wiederum deswegen nicht, weil diese Aktion natürlich umgekehrt die Inflation des Dong angefeuert hat: Mehr Dong im Umlauf ist gleich höhere Preise. Also jene Inflation, die nun vor allem den ärmeren Haushalten schadet, und die man doch so sehr bekämpfen möchte.

Anders gesagt, Vietnam befindet sich derzeit nach Jahren ungebremsten Wachstums in einer etwas kritischen Phase: Entweder man macht weiter mit Rekordwachstumszahlen, oder man geht gegen die Inflation vor. Der Premierminister hat am Freitag angekündigt, man werde beides tun, was entweder bedeutet, dass ihm schon bald der Wirtschaftsnobelpreis verliehen wird, oder dass sein Redenschreiber nicht so viel Ahnung von der Thematik hat. (Beziehungsweise, dass die vietnamesischen Politiker noch nicht gemerkt haben, dass viele ihrer Bürger mittlerweile Kapitalismus studiert haben, und man mit Floskeln nicht mehr so viel weiterkommt.)

Wie dem auch sei: In Wirklichkeit wäre der Dong längst schon viel stärker. Der Schwarzmarkt handelt den Dollar mittlerweile bei 15.500 Dong, und das ist vermutlich noch großzügig. In den feineren Restaurants und an sonstigen Orten, wo man mit Devisen zu tun hat, herrscht mittlerweile Konfusion. Die einen geben ihre Preise in Dollar an, und erklären, man tausche nur im Verhältnis 1:15.500, die anderen geben ihre Preise in Dong an, und behaupten, den Dollar nehme man nur für 16.000 Dong. Das wiederum hat ebenfalls Gründe, denn die Banken kaufen mittlerweile keine Dollars mehr. Zumindest nicht mehr von jedem.

Haufenweise Händler bleiben also auf ihren Dollars sitzen, was die Hysterie natürlich nur noch mehr antreibt. Gleichzeitig geht es der Export-Wirtschaft jetzt schon an den Kragen, weil viele Händler langfristige Dollar-Verträge auf der Basis jener 16.000 Dong geschlossen haben, und nun auf einmal nach dem Umtausch (wenn sie überhaupt umtauschen können) auf Miesen sitzen. Vor allem die Fischerei- und die Textil-Industrie schreien schon auf und protestieren gegen eine weitere Flexibilisierung der Wechselkurse. Wie sich da die Regierung entscheidet, könnte also sehr spannend werden.

Als Tourist kommt man mit Dollar natürlich trotzdem noch zurecht (wenn einem die diffusen Wechselkurse nichts ausmachen), aber am besten fährt man als Tourist aus Europa derzeit damit, einfach seine Euro in Dong umzutauschen. Für die bekommt man nämlich die prächtigsten Wechselkurse seit langem.

Mit einem Nachteil. Bislang konnte man vietnamesische Preise wunderbar umrechnen. Die Rechnung lautete „Preis einfach durch zwei teilen, und vier Nullen abziehen. Wenn dir das mit den Nullen zu kompliziert ist, teile einfach durch zwei, schau dir die Zahl an, und überlege dir dann, ob ein südkoreanischer oder japanischer Flachbildernseher logischerweise eher 60 Euro, 600 Euro oder 6000 Euro kostet.“ (Richtige Antwort: 600 Euro.)

Das funktioniert jetzt aber nicht mehr. Der Euro ist von 1:20.000 wild gestiegen auf mittlerweile 24.500 Dong. Das ist natürlich überhaupt nicht einfach zu rechnen.

Allerdings senkt es den Preis für den Flachbildfernseher auf 489,79 Euro. Man muss halt immer die positiven Seiten sehen.

4 Responses to Das Dollar-Problem

  1. Jens says:

    Ich hatte (im Januar) grob 25000 Dong für einen Euro angenommen. Es passen dann 4 Euro in 100000 Dong, usw. Als allerdings unsere Digicam kaputt ging und das neue Modell unsere Wahl ca. 7000000 Dong gekostet hat, hatten wir dann doch einen Taschenrechner zur Hand genommen um den Preis genau auszurechnen.

  2. Linksaussen says:

    24.500? mei, ich hätte doch ein jahr später fliegen sollen.

  3. Ralph says:

    Hallo, war im Juli 2008 beruflich in Vietnam und hatte Kurse zwischen 24000 und sagenhafte 28300 Dong für einen €. Momentan ist es so das die Kurse sehr stark schwanken aufgrund der hohen Inflation in Vietnam. Ich habe auch immer im Hotel gewechselt da die Strassenhändler nur unwesentlich besser waren und ich auch einfach zu faul war alles abzulaufen.
    Gruss
    Ralph

    PS:bin ab September(mitte) wieder für ca 2 Monate drüben und bin gespannt wie die Kurse diesmal sind aber ich rechne auch immer 4 euro sind 100000 dong ist am einfachsten so.

  4. Danke für den ausführlichen Artikel – ich musste mich mal eben zur Dollar-Thematik in Vietnam etwas schlau machen, da man hier versucht mit allen möglichen Tricks das Geld aus der Tasche zu ziehen.

    Der Dollar steht im Augenblick bei rund 19.500, der Euro hat die letzten drei Wochen massiv verloren von rd. 27.500 auf rd. 25.500. Somit stimmt die Faustregel, dass 100.000 Dong 4 Euro sind ziemlich genau.

    Die „intern“ angenommenen Wechselkurse zwischen Dollar und Dong sind sehr problematisch. Erst wird der Betrag zB. fürs Zimmer in US-Dollar verhandelt, in der Annahme des Touristen, dass er um die (üblichen) 20.000 Dong liegt. Dann bei der Endabrechnung wird plötzlich mit einem Kurs von 21.000 oder 22.000 gerechnet, was gleich mal um 5 – 10 % mehr ausmacht.

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