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Reaktion von ganz oben

Die Reaktion auf die Sache mit der Preissteigerung kam schneller, als ich dachte. Heute erklärte der Premierminister, man müsse gegen die Inflation vorgehen, und rief dazu die Bevölkerung auf, den Konsum zu drosseln.

Das klingt für deutsche Ohren, wo Konsum generell als Allheilmittel gesehen wird, völlig verrückt. Außerdem klingt es erstmal auch gar nicht logisch, denn wer den Konsum drosselt, der würgt ja die einheimische Wirtschaft gleich mit ab. Gemeint ist aber wohl vor allem, den Konsum von Import-Waren zu drosseln. Zu allem Überfluss hat Vietnam derzeit nämlich noch ein steigendes, fettes Handelsbilanzdefizit, das natürlich alle Probleme nur noch verstärkt.
Es ist jedenfalls das erste Statement des Regierungschefs seit ich mich erinnern kann, das nicht vom Wirtschaftswachstum redet. Offenbar gewöhnt man sich so langsam an den Gedanken, dass man für 2008 möglicherweise das Wachstum zugunsten des Kampfes gegen die Inflation opfern muss. Die erreichte übrigens jetzt im ersten Quartal stolze 15 Prozent.

Die zweite Ankündigung bestand darin, dass man der Börse verbieten werde, mehr als einen Prozent pro Tag zu fallen.

Klingt toll, oder? Da werden sich viele Anleger in Deutschland sicherlich wünschen, dass Merkel so etwas ebenfalls könnte. Ich blicke zugegebenermaßen noch nicht ganz durch, ob die vietnamesische Regierung tatsächlich die Macht hat, damit den Börsensturz aufzuhalten, aber die Experten gehen wohl davon aus, dass das zumindest bis auf weiteres den freien Fall des Index erstmal aufhält.

In den vergangenen Wochen ging der vietnamesische Index nämlich täglich um fünf Prozent nach unten. Wir sind mittlerweile bei 500 Punkten, während es vor ein paar Monaten noch 1100 Punkte waren.

Das hat ebenfalls Gründe, und die liegen zum Teil gar nicht in der Wirtschaft. So schlecht geht es den Firmen nämlich eigentlich nicht. Die Gründe haben mit der wilden Spekulation zu tun: Viele Anleger haben in den vergangenen beiden Boom-Jahren planlos von Banken Geld geliehen, um Aktien zu kaufen. Und die Banken haben ihnen es genauso planlos und bereitwillig gegeben, und im Gegenzu Aktien als Sicherheiten akzeptiert. Da die Börse jetzt seit Wochen fällt, können die Spekulanten (darunter auch viele ganz normale Leute) ihre Kredite nicht zurückzahlen, und die Aktien sind in den Besitz der Banken übergegangen. Normalerweise werden solche Sicherheiten nur mit der Hälfte des Marktpreises gebucht. Da aber (siehe oben) die Börse jetzt schon um mehr als die Hälfte nach unten gekracht sind, verkaufen die Banken in großem Stil jene hinterlegten Aktien, um nicht hässliche Löcher in ihren Bilanzen zu haben.

Möglicherweise soll das vietnamesische „Basta“ des Premiers also auch die Banken am Verkaufen hindern. Ein vietnamesischer Bekannter, der im Boom-Börsenjahr noch keine Aktien gekauft hat, sagte aber bereits, er warte, bis der Index auf 200 Punkte falle. Erst dann wolle er einsteigen.

Da glaubt also zumindest schonmal einer nicht an die Allmacht der Politik.

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