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Scarborough statt Schweinsteiger

Sehr viele Vietnamesen werden sich gestern nach sehr geärgert haben, dass sie bis in den frühen Morgen aufgeblieben sind, um ein Fußballspiel zu schauen.

Nicht wegen der durchwachsenen Leistung der deutschen Mannschaft, obwohl auch das nicht unbedingt zum Fußball-Vergnügen beitrug. Aber mit sowas muss man wohl noch rechnen. Passiert ja immer wieder mal in diesem Sport, dass hochkarätige Spiele eher zäh verlaufen.

Womit der Zuschauer eher weniger rechnet, sind Bildstörungen. In Deutschland, so liest man, tobt eine erboste Debatte über sechs Minuten Bildstörung, und das ZDF will angeblich sogar „mit der Uefa sprechen“.

Nun, in Vietnam hätten alle sicherlich gerne mit Deutschland getauscht. Es gab nämlich gleich zwei Pannen. Die erste offenbar wie in Deutschland kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit, allerdings deutlich länger als gefühlte sechs Minuten. Die zweite dann so rund um die 70. Minute herum.

Für etwa eine Viertelstunde.

In dieser Zeit sendete das vietnamesische Fernsehen erst Bilder von laichenden Lachsen, blühenden Blüten und baumigen Bergen. Dann gab es Tore, allerdings nicht die von Deutschland, sondern beispielsweise von Schweden gegen Griechenland, im Zusammenschnitt. Anschließen wurden als Höhepunkt Bilder von Renoir gezeigt, unterlegt von der säuselnden Musik von „Scarborough Fair“.

Dann gab es wieder Bild, und auf einmal stand es 2:2.

Anders gesagt, nach ziemlich zähen 70 Minuten war gerade die vermutlich spannendste Phase des gesamten Spiels in Vietnam nicht zu sehen. Immerhin, das Tor von Philipp Lahm in der 90. Minute gab es dann noch. Knapp. Zehn Sekunden später fiel das Bild ein weiteres Mal aus. Jubel-Bilder aus dem Stadion? Fehlanzeige. VTV3 beendete anschließend auch seine Übertragung. Es folgte: Werbung.

Auf dem Sport-Spartensender VCTV3 wurden dann 20 Minuten später die versäumte Viertelstunde noch einmal nach-gesendet. Löbliche Anstrengung. Nur: Um eine Wiederholung zu schauen, bleibt man eigentlich nicht bis 4 Uhr morgens wach. Das hätte man dann auch gleich gemütlich um 6 Uhr morgens tun können.

PS: Die Übertragung an der Deutschen Botschaft entpuppte sich als Massen-Volksfest. Mehrere hundert Gäste, der Großteil Vietnamesen. Die Einladungs-E-Mail an „Deutsche und ihre vietnamesischen Kollegen und Freunde“ hatte den Weg in eine vietnamesische Sportzeitung gefunden. Das freute die Botschaft einerseits irgendwie auch ein bisschen, Rummel ist schließlich immer gut, andererseits war sie logistisch komplett überfordert. Für ein Glas Bier musste man eine Stunde lang anstehen. Dafür gab es dann auch breite Medienberichterstattung. Das erstaunlichste an der Sache war eigentlich, dass so viele der bekanntlich eher früh-schlafenden Vietnamesen so begeistert bis 4 Uhr morgens ausharrten.

Da war es dann auch egal, dass Renoir statt Rolfes gezeigt wurde, Bäume statt Ballack und Scarbourough statt Schweinsteiger.

2 Responses to Scarborough statt Schweinsteiger

  1. Die beherzte Fahrt ins Jaspers zeigte leider auch keine Besserung. Selbst der südafrikanische Sportsender fiel aus. Zumindest kümmerte sich das Personal per Handy-Internet-Suche um den aktuellen Spielstand.

  2. daniel says:

    lieber laichende lachse als die bilder von der uefa! es ist jetzt scheinbar zur regel geworden, dass sofort nach dem tor jubelnde b-prominente gezeigt werden, gestern besonders oft: die freundin von bastian schweinsteiger und die bundeskanzlerin… erträglich nur noch der radiokommentar!

    machen denn die botschaftsangehörigen auch autokorsos (korsen/korsi?)

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