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Volley on the beach

Das erste Olympia-Wochenende lässt mich äußerst verwirrt zurück. Die Regieführung des vietnamesischen Fernsehsenders VCTV3 in den vergangenen zwei Tagen ist mit „schräg“ gar nicht passend zu beschreiben. Ich rätsele allerdings immer noch, an wem das liegt. Ist das tatsächlich vietnamesischer Einfluss, oder ist das einfach ein 0815-Olympia-Kanal aus China?

Zu den Höhepunkten der Fernsehführung gehörten in den vergangenen 48 Stunden unter anderem: Nach wie vor jede Menge Beachvolleyball. Teilweise drei Spiele hintereinander. Dabei ist zu bemerken: Das olympische Beachvolleyballturnier dauert die kompletten zwei Wochen. Morgens und nachmittags. Prost. Am Ende der zwei Wochen werde ich einen neuen Cocktail kreieren. Volley on the beach, oder so.

Heute kamen dann absurde Regie-Sprünge hinzu. Beispielsweise fünf Minuten vom Beginn des Finals des Gewichthebens der Frauen, gefolgt von drei Minuten Siegerehrung der Schwimmer, über eine Minute Boxen, dann ein kompletter Vorlauf im Schwimmen, zehn Minuten Luftpistole der Frauen, dann wieder zurück zum Gewichtheben. Gerade als es dort in die entscheidende Phase ging, wurde umgeschaltet auf das Halbfinale im Bogenschießen zwischen England und China. Der Ausgang des Gewichthebens, von dem man gerade verstanden hatte, wer da eigentlich gegen wen antritt, fand also nicht statt. Zumindest nicht im vietnamesischen TV. Stattdessen: Bogenschießen. Später im Verlauf des Tages wurde dann aber kurioserweise das Bogen-Finale zwischen China und Korea ebenfalls nicht gezeigt (auch nicht der Kampf um Platz drei), sondern… Beachvolleyball. Vielleicht war es auch Fußball. Hab ich vergessen.

Ich habe bislang verzweifelt und vergeblich versucht, aus den Regie-Sprüngen irgend ein Muster herauszulesen. Anfangs dachte ich, es sei eine chinesische Regie, die immer wieder gezielt zu chinesischen Wettkämpfen springt. Dafür sprach das Bogen-Halbfinal und diverse Schwimm-Siegerehrunge. Dagegen spricht allerdings das Ignorieren des Bogenschützenfinals ebenso wie ein Vorrunden-Fußballmatch, während anderswo gerade chinesische Turnerinnen glänzen. Aus vietnamesischer Sicht ergibt die Regieführung erst recht keinen Sinn. Vietnamesen sind bislang noch überhaupt keine aufgetaucht, obwohl schon fünf vietnamesische Athleten heute ihren Auftritt hatten.

Gestern brachte man sogar das Kunststück fertig, exakt einen Freistil-Vorlauf nach dem vietnamesischen Schwimmer einzuschalten. Der Kommentator schien außerdem auf Schwimmen nicht vorbereitet, er schwieg nämlich die folgenden kompletten drei Vorläufe hindurch. Auch mal ganz schön, so ein Schweigen, aber seltsam nichtsdestotrotz. Das Gegenteil dann heute morgen, als plötzlich zu einer Siegerehrung geschaltet wurde – und der Ton fehlte. Also quasselte der Moderator ein wenig vor sich hin, während im Hintergrund eine Flagge in die Höhe segelte und stumme Atheleten ihre Münder wie Fische zur Nationalhymne bewegten. Dann gab es einen kurzen Schwenk zum Basketball, Iran gegen Russland.

Gezeigt wurden zehn Minuten lang Aufwärmtraining, bevor es wieder zurück zum Beachvolleyball ging.

Wer darin irgend einen Zusammenhang sieht, möge sich bitte melden.

Mein Verdacht ist mittlerweile, dass Vietnam möglicherweise doch irgendwie seine Finger im Spiel hat, darauf weist zumindest die Überdosis Fußball hin. Vietnamesen sind ja, wie wir bei der EM gelernt haben, alle komplett fußballverrückt. Logisch wäre also, dass man auch bei Olympia nichts als Fußball will, obwohl der Charme von Spielen wie U23-Brasilien gegen U23-Neuseeland doch deutlich zu wünschen übrig lässt. Wo wiederum die Vorliebe für Beachvolleyball herkommt, ist mir schleierhaft.

Typisch „asiatische“ Sportarten sind aber ebenfalls Mangelware: Judo, Badminton und Bogenschießen waren bislang allenfalls in homöopathischen Dosen zu sehen, wenn überhaupt. Kurz: Es ergibt alles irgendwie keinen Sinn. Aber immerhin habe ich gesehen, wie ein rumänischer Boxer einen puerto-ricanischen Boxer mit 24 zu 4 Treffern verprügelt hat. Auch wenn ich nicht weiß, wen das interessiert.

Das Schlimme daran, wie oben angedeutet: Sowohl Fußball als auch Beachvolleyball ziehen sich durch das komplette Turnier. Es könnte sein, dass sich dieses Spielchen von nun an die kommenden zwei Wochen fortsetzt: Eine Überdosis Ballsport-Vorkämpfe, mit gelegentlichen Fünf-Minuten-Sprüngen, die nach dem Zufallsprinzip irgendwo enden, egal was dort gerade los ist.

Nun ist es ja so, dass der Charme von Olympia durchaus darin besteht, zwischen vielen Sportarten hin- und herzuwechseln. Dass man das aber auch auf die Spitze treiben und so sehr wechseln kann, bis der Moderator nicht mehr weiß, wo er ist, darauf bin ich noch nicht gekommen.

In jedem Fall ist es ein äußerst spannendes Experiment. Irgendwie nur schade, dass es stattfindet, während in Peking Medaillen vergeben werden.

3 Responses to Volley on the beach

  1. Thorsten says:

    hm – also ich habe mir sagen lassen, dass die Attraktivität von Beachvolleyball unter anderem darin begründet sei, dass die Mädels äußerst knappe outfits tragen und die Jungs so schön braun und durchtrainiert sind… ;-)

  2. m says:

    Vielleicht haben ja die Sponsoren von Beachvolleyball einen guten Draht zum Fernsehen. Oder die Kameraleute verdienen bei Beachvolleyball mit.

  3. m says:

    Wie ist denn das Spiel Georgien gegen Russland kommentiert worden?

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