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Doping und Olympia

Da mich einige darauf angesprochen haben: Ja, Vietnam hat in der Tat einen Dopingfall. Do Thi Ngan Thuong heißt die Überführte. Turnerin, 19 Jahre alt. Beim Bodenturnen in Peking kam sie auf den letzten Platz. Das klingt spontan nach kompletter Orchideen-Außenseiterin, die sich halt mal unbedarft durch Doping nach vorne katapultieren wollte. Ganz so unerfahren ist Thuong allerdings nicht. Immerhin hat sie bei vergangenen Südostasienspielen schon fünf Goldmedaillen gewonnen.

Die Medien hier haben berichtet, und das klingt dann so, wie in jedem Land, wenn eine eigene Athletin überführt wurde. Es gibt sehr viel Raum für mögliche „Missverständnisse“, unbedachte Fehler und Unschuld. Man erinnere sich an Dieter Baumanns berühmte Zahnpasta, und das Stanozonol in Ben Johnsons Cola. In diesem Fall: Das verbotene Mittel war ein Abführmittel, mit dem Doping verschleiert werden kann. Turnerin Thuong sagt nun, sie habe das Abführmittel nur genommen, um abzunehmen, und nicht gewusst, dass es verboten sei. „Sportler und Trainer müssen besser darüber informiert werden, welche Stoffe verboten sind“, sagte sie dann noch in diesem verschwurbelten Ton, den Politiker auch immer anschlagen, wenn sie beispielsweise sagen „Unternehmen müssen mehr über Umweltschutz lernen, und diese Gesetze gut anwenden.“ („Aber bitte vergesst dabei das Wirtschaftswachstum nicht.“)

Die Argumentation von Thuong ist dabei noch nicht mal ganz unlogisch. In Vietnam geht man nach meiner Beobachtung insgesamt deutlich sorgloser mit Medikamenten um. Was auch daran liegt, dass der „mündige Patient“ noch kein echter Begriff ist, und Ärzte meist nicht genau erklären, was sie da nun warum eigentlich verschreiben. Sogar das IOC hat sich offenbar dahingehend geäußert, dass die vietnamesische Turnerin das Mittel unabsichtlich eingenommen haben könnte. Andererseits hat auch das IOC ja Interesse daran, den Hochleistungssport als sauber darzustellen.

(Meine ganz persönliche Meinung und Überzeugung ist ja, dass im Hochleistungssport jeder dopt. Jahrelange Radsport-Diskussionen haben mich da jeglicher Illusion beraubt. Dass einer der drei überführten Athleten bei den Spielen in Peking ein Sportschütze ist, wäre da nur das letzte Indiz, dass keine Sportart dopingfrei ist, weil die Weltelite in allen Sportarten mittlerweile so eng zusammen ist. Auch in Sportarten, bei denen Ausdauer und Kraft nicht dominieren. Offensichtlich ist Doping beim Kampf um Zentimeter und Millisekunden eben attraktiv, um vom fünften auf den dritten, oder vom zweiten auf den ersten Platz zu klettern. Ein enormer Unterschied, was Bekanntheitsgrad und Sponsorengelder angeht.)

5 Responses to Doping und Olympia

  1. Thorsten says:

    Ja, ich sehe das ähnlich wie Du. Der traurige Effekt für mich ist, dass ich mich über Höchstleistungen bei den Spielen gar nicht freuen kann – immer habe ich im Hinterkopf, ob er / sie gedopt war. Zu oft sind in der Vergangenheit olympische Siege später aberkannt worden, weil das Doping erst später nachgewiesen werden konnte, wenn die Erkenntnismethoden raffinierter wurden.
    Die Urinproben von den jetzigen Spielen werden soweit ich weiß noch einige Jahre aufbewahrt und ich bin mir ziemlich sicher, dass da noch so manche Medaille an den nächstplazierten weitergereicht werden muss…

  2. Martin says:

    Nun, ein schwieriges Thema, nicht erst seit den Skandalen im Radsport. Ich stimme dir ebenfalls zu, dass Doping bereits Bereiche im Sport erreicht hat, die für uns nicht ganz nachvollziehbar erscheinen…Das eigentlich traurige bei den ewigen Diskussionen ist ja aber, dass einfach mal alle Sportler unter Generalverdacht geraten. Erstens nicht fair, zweitens eine Katastrophe wenn man das weiterdenkt… und es führt wieder zur Frage, was kann man gegen Doping tun (Antwort: Nichts??? Zumindest gibt es bisher keinen effektiven Schutz) oder sollte man es gar legalisieren??? Hm, auf jeden Fall darf man nicht vergessen, dass wir, als Konsumenten und die Presse nicht ganz unschuldig sind, wir fordern ja immer höher, weiter schneller…
    Bsp. Mit Begeisterung wird über die Anzahl der neuen Schwimmweltrekorde berichtet und alles soll nur an neuartigen Schimmanzügen liegen? Die Presse freut sich doch über jeden riesen Erfolg, genau wie sie sich auch über Dopingfälle „freut“ nicht nur Sex sells, Skandale (bis zu einem gewissen Grad) leider auch!
    Eigentlich insgesamt ein trauriges Thema für alle Beteiligten!

  3. admin says:

    Also, ich muss da wohl nochmal etwas aufdröseln: Ja, ich glaube daran, dass Doping existiert. Und ich glaube vor allem, dass die Diskussion darüber noch immer nicht flächendeckend genug geführt wird, weil man sich bei einigen Sportarten weigert, daran zu denken, dass es dort existieren könnte. Anders gesagt, ich glaube nicht daran, dass es nur beim Radfahren, Gewichtheben und Schwimmen existiert. Ich bin sicher, dass es auch im Fußball, im Tennis und im Schießen längst Realität ist.

    Gleichzeitig unterstütze ich den Kampf gegen Doping. Ich finde es gut, wenn streng kontrolliert wird, und ich freue mich über jeden Athleten der auffliegt, weil er andere vielleicht zum Nachdenken anregt. Was ich nicht mehr mache, ist zu glauben, dass dieser oder jener Athlet bestimmt völlig sauber ist, nur um dann nachher mich wieder einer Illusion berauben lassen zu müssen. Ich bin da zweckpessimistisch geworden.

    Und dieser Zweckpessimismus hilft mir derzeit, den Sport wieder genießen zu können. Wenn ich davon ausgehen darf, dass ein Großteil der Sportler gedopt ist, dann kann ich trotzdem einen Michael Phelps für seine Leistungen bewundern. Denn selbst wenn er gedopt wäre (Unschuldsvermutung), dann würde er auch trotzdem ungedopt in einem ungedopten Teilnehmerfeld seine Erfolge erzielen (idealistischer Zweckpessimismus).

    „Wir und die Medien“ tragen sicherlich eine Mitschuld. Andererseits: Was genau ist die Alternative? Den Fernseher ausschalten? Wenn wir ihn alle ausschalten, gibt es keine Sponsoren mehr, kein Doping und vermutlich auch keinen Leistungssport. Schalten wir ihn dann wieder an, weil der Leistungssport jetzt dopingfrei ist, kämen auch die Betrüger wieder zurück.

    Legalisieren? Hab ich lange Zeit als sinnvolle Alternative angesehen, mittlerweile verworfen. Was geschieht dann mit dem Jugendsport? Welche Eltern schicken ihr Kind dann noch freiwillig in den Sportverein, wenn es ab einem gewissen Level chemisch aufgepeppt wird?

    Also was bleibt, außer weiterkämpfen und hoffen? Anhimmeln werde ich so sicherlich keinen Sportler, habe ich aber auch noch nie gemacht. Aber applaudieren werde ich. Wenn sich alle chemisch auf halbwegs dasselbe Level pumpen, dann ist auch niemand richtig der Betrogene. Das ist zynisch, aber ich sehe es als die einzige Möglichkeit, mir von dem Thema nicht die Freude am Sport nehmen zu lassen.

  4. Martin says:

    Hm, ist ja nun nicht unsere erste Diskussion über dieses Thema.
    Und alle Punkte haben wir auch schon durchgekaut, wahrscheinlich intensiver als die Meisten. In den meisten Punkten folge ich dir(zumindest zu einem hohen Prozentsatz), in ein, zwei muss ich aber widersprechen. Es hilft sicherlich niemandem, wenn die Presse nicht mehr sendet. Punk für dich! Allerdings ist die Frage, wie wird berichtet. Die gleiche Frage kannst du auch zu Kriegsschauplätze etc stellen… Es geht um Seriosität! Und ich finde, dass wir im Sport eine sehr negative Entwicklung durchgemacht haben. In Deutschland zählt im Grunde nur Platz 1, oder 2, ist der erste Verlierer und wird mit Fragen bombadiert, warum er sich denn schon wieder von Armstrong hat abhängen lassen :-) Dies ist für mich eins der besten Beispiele. Wenn hier die Journalisten mal mit mehr Feingefühl und besserem Wissen über den Sport, über den Sie berichten an die Sache ran gehen würden, würde das der ganzen Sache sehr helfen. Auf der anderen Seite steht zusätzlich die Geilheit der Presse über den Untergang von Dopingsündern zu berichten. Wobei ja selten das gesamte System beleuchtet wird, nein es sind bisher meist schwarze Schafe die allein an den Pranger gestellt werden. Wenn wir den Kampf gegen Doping ernst nehmen, dann müssen sich in diesen Bereichen auch einige Dinge ändern…zusätzlich brauchen wir härtere Bestrafungen, finde ich.
    Deinem Argument, der Sieger wär ja auch ohne Doping der schnellste, da alle was nehmen kann ich nicht folgen. das ist doch zu einfach, oder?
    Dem Rest jedoch schon…
    Wie ich bereits sagte, ein schwieriges Thema und eigentlich zu lang für dein Blog, sollten wir (wenn überhaupt) auf ein Neues an anderer Stelle weiterführen :-)
    m

  5. Ullrich F. says:

    Zum Fall Do Thi Ngan Thuong konnte man im Coburger Tageblatt tatsächlich lesen: …Sie sei wahrscheinlich falsch informiert worden, sagte Ljungvist ….. Und Ljungvist ist ja nun tatsächlich kein vietnameischer Sportfunktionär, der was vertuschen muss.

    Irgendwie habe ich den Eindruck, die deutschen Medien sind etwas enttäuscht über die doch bisher wenigen Dopingfälle bei der Olympiade. Sie vermuten, spekulieren …. und immer noch nicht können sie über „großes“ Doping bei den Chinesen, im Schwimmen oder in der Leichtathletik nicht berichten.

    Sarkastisch (wie immer) meine ich auch, ohne den Fall Do Thi Ngan Thuong hätten die deutschen Medienkonsumenten, nie erfahren, daß auch eine vietnamessche Mannschaft an der Olympiade in Peking teilnimmt.

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