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Militär-Überlegungen

Die Invastion würde nach Aussicht der Militärs nur 31 Tage dauern. Die ersten fünf Tage wären Raketenangriffe vom Meer aus, anschließend könnten die Landtruppen in Vietnam einfallen, um das Land zu besetzen. Man rechnet mit 300.000 Mann. Die vietnamesischen Kommando-Zentralen würden elektronisch lahmgelegt, die Seelinien blockiert. „Vietnam wird hart zu schlucken sein, ist aber wichtig, falls wir Südostasien unter unsere Kontrolle bringen wollen“, heißt es in einem Begleitkommentar.

Ein US-Szenario aus dem Vietnamkrieg in den 60ern?

Nein. Ein 2008 im Internet aufgetauchter Militärplan aus – China. Aufgegriffen unter anderem von der Southchina Morning Post, einer regierungsfreundlichen Zeitung aus Hongkong (der Artikel ist leider zahlungspflichtig, aber rechts kann man eine kleine Invastionsgrafik sehen). Nun taucht ja im Internet alles mögliche auf und auch aller möglicher Schund. Die vietnamesische Regierung nimmt diese Pläne aber offenbar ernst genug, um jetzt zumindest offiziellen Protest einzulegen, und die chinesische Regierung zu bitten, dass solche Artikel künftig nicht mehr auftauchen, weil sie „die sehr guten Beziehungen zwischen Vietnam und China stören“.

China und Vietnam hatten im Laufe ihrer Geschichte nie einfache Beziehungen, dazu ist China zu groß und zu nah, und Vietnam kulturell zu ähnlich, als dass man aus chinesischer Sicht nicht immer wieder versucht sein könnte, sich das Land einzuverleiben. So zumindest haderten und kämpften die beiden Länder für Jahrhunderte um ihren Einfluss beziehungsweise um Autonomie. Etwa 1000 Jahre gehörte Vietnam zu China, und selbst die exzellenten gemeinsamen Beziehungen im „brüderlichen anti-kolonialistischen Kampf“ konnten nicht verhindern, dass es 1979 abermals zum offenen Krieg kam, unter anderem weil beide Seiten schlicht unterschiedliche Interessen hatten.

In jüngster Zeit gibt es wieder Querelen um die Spratly-Inseln, eine Inselgruppe im Südchinesischen Meer, die von beiden Ländern beansprucht wird. Wegen Ressourcen natürlich. Exxon hat dazu mit Vietnam schon Verträge geschlossen, und die Southchina Morning Post berichtete im Juli, dass chinesische Unterhändler gegenüber Exxon gemurmelt hätten, die amerikanische Öl-Firma würde dadurch sämtliche Verträge mit China riskieren.

Nun ist trotz all dieser Spannungen eine oben beschriebene Invasion trotzdem ziemlich unwahrscheinlich. Da zumindest sind sich alle einig. China hätte eine Menge zu verlieren (internationalen Einfluss, Handelsmöglichkeiten), wenn es zu militärischer Außenpolitik schwenken würde. Und prinzipiell sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern in der Tat gut, zumindest besser als sie jemals wieder seit 1979 waren, und es hatte beide Regierungen einiges an Anstrengung gekostet, dorthin zu gelangen.

Dass etwas nicht wahrscheinlich ist, heißt aber natürlich nicht, dass Militärs es nicht trotzdem durchspielen. Letzteres wiederum ist sogar sehr wahrscheinlich. Erst recht in einem so großen Land wie China, das allein schon aufgrund seiner Größe gar nicht so zentralistisch regiert wird, wie es manchmal den Anschein hat.

Irritiert sind vietnamesische Beamte aber vor allem über eines: Trotz der vietnamesischen Proteste waren die ominösen Pläne auch Tage später noch online. Und dass, obwohl doch China eigentlich die Inhalte seines Internets streng überwacht.

5 Responses to Militär-Überlegungen

  1. NTN says:

    Ich halte die Invasion fuer unmoeglich. China koennte das Land nach 31 Tagen kontrollieren, wird aber hoechstens nach einem Jahr wegen dem Widerstand der Bevoelkerung wiederzurueckziehen. Es wird China ausserdem eine Menge Geld kosten. Wenn die Invasion aber schief geht, eine Gegeninvasion koennte die zwei Provinzen Guangxi and Guangdong endlich wieder zu Vietnam bringen.

  2. Martin L says:

    Hm,hm,hm da spricht wohl ein Patriot…
    Für mich als nicht Betroffener jedenfalls mal wieder ein tieferer Einblick – Danke dafür!
    m

  3. Ullrich F. says:

    Allerdings halte ich die Meldungen, daß 300.000 Chinesen in einer Art Blitzkrieg innerhalb von 31 Tagen Vietnam besetzen können [wollen] für utopisch und fernab militärischen Denkens und Berechnungen. Wir erinnern uns, für die lokal begrenzten Auseinandersetzungen 1979 wurden durch die Chinesen schon ca. 170.000 Mann eingesetzt ! Noch kurioser finde ich natürlich die „Planungskarte“: 3 Angriffspfeile und 3 „grüne Baumsperren“ Also sorry, so kann man Räuber & Gendarm spielen, aber dieser Ausriss aus einem Schüleratlas ist kein militärisches Dokument !

    Realität, aber auch schon seit den achtziger Jahren ist natürlich, daß die chinesische Armee insbesondere von der Insel Hainan aus Anlandungsübungen durchführt.

    Die Streitigkeiten zwischen China und Vietnam um die beiden Inselgruppen existieren unbestritten und sie sind nicht ganz ohne !

    Ich beobachte aber auch mit gewisser Sorge, daß diese Spannungen durch „Viet Kieus“ in unverantwortlicherweise angeheizt wird, einschließlich des Aufrufes zu militärischer Gewalt und der Suggerierung eines Erfolges, um dieses Problem zu lösen.

  4. Ein derartiges Szenario, veröffentlicht vom Staat, dient aber auch noch anderen Zwecken. Ich habe von berufener Seite gehört, dass das Investitionsklima in Vietnam damit abgeschreckt werden soll. Namentlich soll dem große amerikanische Riese mit den zwei XX im Namen suggeriert werden, die geplanten Verhandlungen zu überdenken und somit chinesischen Unternehmen die Chance geboten werden, das hier gefundene Gas und Öl abzubauen.

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