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Seltsame Falle

Ich habe eine Rattenfalle gekauft. Die Ratte ist nämlich wieder aufgetaucht. Unter anderem hat sie in meinem Mülleimer herumgewühlt. Der sieht jetzt so aus, als hätte ich koordinatorische Schwierigkeiten, Dinge zielgerichtet in ein großes Behältnis zu befördern. Das Tier wegzuscheuchen ist auch nicht immer ganz einfach, denn die Biester sind ziemlich flink, und haben außerdem die Angewohnheit, sich unsichtbar zu machen. Hebt man das Sofa hoch, unter dass sie sich geflüchtet haben, muss man feststellen, dass die Ecke leer ist.

Eine Falle also. Die Falle ist eine Pappe mit dickem Klebstoff darauf, auf der die Ratte oder die Maus festkleben sollen. Mir wäre eigentlich irgendwas lieber gewesen, dass das Tier gleich getötet hätte. Jetzt habe ich eine Falle, in der es erstmal stundenlang festklebt, bis ich es finde, und dann vermutlich selbst töten darf. Auf der Falle sind vorne zwei weinende Mäuse abgebildet, die verzweifelt feststecken. Wer immer dieses Bild gemalt hat, hat keine Ahnung von menschlicher Psychologie, als ich es gesehen habe, bekam ich jedenfalls sofort soviel Mitleid mit den armen Mäusen, dass ich mir gedacht habe: „Ach, komm, was ist schon schlimm daran, eine Maus auf der Vorhangstange und im Mülleimer zu haben?“

Bezeichnend ist auch, dass ich das unbekannte Tier, das ich nur ein paar Mal aus den Augenwinkeln gesehen habe, jetzt öfter „Maus“ nenne als „Ratte“. Wie bereits erwähnt, gibt es dafür in Vietnam ja eh keinen Unterschied, zumindest nicht im Alltagssprachgebrauch (vielleicht vergleichbar mit dem Phänomen, dass in Deutschland erstmal alle Katzen weiblich sind, bis man es eventuell genauer wissen möchte). Als sie das erste Mal bedrohlich und beängstigend auf der Vorhangstange saß, war sie noch „eine Ratte“. Jetzt, wo sie demnächst hilflos in der Falle festklebt, ist es eine Maus. Tatsache ist, dass es vermutlich eine recht kleine Ratte ist. Vielleicht auch eine fette Maus (kein Wunder, bei all den Leckereien in meinem Mülleimer).

Die Falle stellt man einfach aus, indem man sie ausklappt. Dann liegt da eben ein Pappstück mit Klebstoff. Das Zeug stinkt wie die Hölle. Keine Maus, die noch bei Verstand ist, dürfte eigentlich so blöd sein, und da freiwillig rüberlatschen. Jedes Tier müsste schon allen wegen des Geruchs einen weiten Bogen um die Pappe machen. Von der generellen Frage, warum man durch einen Fleck schillernde, braune Klebemasse laufen soll, wenn es auch einen Weg drumherum gibt, also ganz abgesehen.

Ich war also sehr skeptisch. Verschiedene Vietnamesen haben mir versichert, dass die Falle ganz wunderbar funktioniere. Eine Bekannte hat erzählt, sie hätte diese Falle auch gehabt, und hätte gleich in der ersten Nacht drei Ratten gefangen. Vermutlich habe die erste um Hilfe geschrien, und die anderen angelockt. An dieser Stelle habe ich dann so viel Mitleid mit den armen Viechern bekommen, dass ich die Falle am liebsten wieder geschlossen hätte.

Wie dem auch sei, damit dieser Trick funktioniert, braucht man aber zumindest erstmal eine Ratte, die um Hilfe schreit. Also eine, deren Riechsystem komplett ausgefallen ist, und die so blöd ist, auf Klebstoff herumzutrampeln. Kurz gesagt, eine reichlich verblödete Ratte, eine, die es verdient hat. (Mit solchen Gedanken redet man sich dann sein schlechtes Gewissen weg.)

Die Falle lag jetzt eine Nacht neben dem Mülleimer in der Küche. Ich habe auch extra die Tür unter dem Spülbecken offengelassen, auch wenn die Maus in den vergangenen Nächten offenbar auch ohne diese Hilfe einen Weg hinein gefunden hat. Am nächsten Morgen jedenfalls: Keine Maus.

Vielleicht funktioniert die Falle auch in Wirklichkeit umgekehrt: Vielleicht verscheucht sie durch ihren Gestank sämtliche Mäuse in der Umgebung.

Blöd nur, dass sie in der Küche steht.

2 Responses to Seltsame Falle

  1. GF says:

    Jedenfalls sind Ratten (Mäuse) gefährlicher als Geckos. Krankheitsüberträger!!!!!

  2. Dom says:

    Haha, so witzich geschrieben

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