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Himmel und Feuer

Man sollte hier im Blog keine Versprechungen machen. Die Erfahrung sagt, dass gerade dann etwas dazwischen kommt. An dieser Stelle also mit einem Tag Verspätung der angekündigte Beitrag zu den Himmelslaternen.

Himmelslaternen sind im asiatischen Raum weit verbreitet, so dass ihre Herkunft wahlweise mit China, Vietnam oder Thailand angegeben wird. Ursprünglich sollen sie sogar mal als Nachrichtenübermittler fungiert haben. Dabei ist das Prinzip im Grund jenes eines Heißluftballons: Auf der unteren Bodenseite einer Papierlaterne wird eine kleine Flamme entzündet. Die Flamme erwärmt das Innere der Laterne. Warme Luft steigt, wie wir alle im Physikunterricht gelernt haben, nach oben. Fertig.

Das Knifflige dabei ist, den richtigen Moment abzuwarten, bis die Laterne tatsächlich aufsteigt. Dafür braucht es ein wenig Geduld. Im Grunde muss man warten, bis es einem die Laterne tatsächlich regelrecht aus der Hand zieht. Lässt man sie früher los, dann torkelt sie eventuell nur schräg durch die Luft und knallt gegen das nächste Hindernis, oder lässt sich vom Wind sogar wieder auf die Erde drücken.
Im schlimmsten Fall erinnert sich in einem solchen Fall die Flamme daran, dass sie haufenweise leckeres Papier direkt um sich herum hat, und greift auf die Laterne über. Die in Vietnam handelsüblichen Laternen bestehen aus ganz normalem, sehr schnell entflammbarem Papier, das zudem noch sehr dünn sein muss, damit die Laterne überhaupt aufsteigen kann. Das führt dann schnell zu solchen Szenen:
In Vietnam sind die Laternen eine recht verbreitete Sache. Vor allem an Festen, oder auch, wenn es darum geht, sich gegenseitig schöne Dinge zu wünschen. Dann fliegt mit der Laterne gewissermaßen auch der Wunsch in den Himmel. Bevorzugte Anlässe: Hochzeiten, Neujahr oder Valentinstag.Mittlerweile sind sie auch in Deutschland irgend etwas zwischen Geheimtipp und großem Renner, und haben dort im vergangenen Jahr haufenweise Feuerwehr-Gruppen und Sicherheitsbehörden aufgeschreckt. Unter anderem gibt es hier und hier Diskussionen von Feuerwehr-Foren. Stern Online berichtete im August unter anderem von einem ausgebranntem Dachstuhl, einem abgefackelten Wintergarten und das Polizeipräsidium Unterfranken sah sich zu einer Klarstellung genötigt, dass es sich beim Start von Himmelslaternen im Schadensfall um fahrlässige Brandstiftung handele. In einigen Teilen Deutschlands ist das Aufsteigen lassen von Himmelslaternen sogar schlichtweg komplett untersagt, beispielsweise in Köln. (Die Rechtslage ist da jedoch in Deutschland nicht eindeutig, und wird offenbar von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich gehandhabt.)Typisch Deutsch, könnte man da jetzt seufzen, die Teutonen und ihre Regulierungswut. Dabei sind die in Deutschland vertriebenen Exemplare doch sogar doppelt und dreifach gegen einen Brand abgesichert und bestehen beispielsweise (laut Herstellerangaben) aus halbwegs feuerfestem Papier. Außerdem dient in deutschen Laternen ein Wachsklumpen als Anzünder, während in Vietnam so prinzipiell alles als Anzünder gilt, bis hin zum benzingetränkten Lappen, der einmal quer untern um das Laternengestänge gebunden wird. Na, also: Bei dieser geballten deutschen Doppel- und Dreifachsicherheit, da kann doch einfach gar nichts schiefgehen, oder sollte man nicht auch gleich Zigaretten aus Brandschutzgründen gesetzlich verbieten?

Soviel Sicherheit ändert freilich nichts an der Tatsache, dass die Laterne nichts anderes ist, als eine offene Flamme, die in die Luft geworfen wird (siehe oben). Und auch in Vietnam beginnt jetzt langsam das Umdenken: An Neujahr stürzte offenbar eine Himmelslaterne in ein Elektrizitätshäuschen und verursachte einen mehrstündigen Blackout in einigen Teilen von Hanoi. Die Behörden fangen jetzt an, ein komplettes Verbot zu diskutieren, so wie vor einigen Jahren bereits Feuerwerke zu Neujahr vollständig untersagt wurden, weil betrunkene Feiernde sich mit Knallkörpern selbst verstümmelt oder andere Häuser abgefackelt hatten. (Feuerwerke gibt es seitdem nur noch von städtischer Seite, geplant, durchgeführt und beaufsichtigt von der Armee. Die Jungs kennen sich schließlich aus mit Böllern, Knallen und Wumms machen.)

Laternenliebhaber weisen darauf hin, dass man früher viel vorsichtiger mit diesen wunderschönen Objekten umgegangen sei. Man habe die Windrichtung getestet, man habe etwas von Windstärken und von Wetter verstanden, nicht so, wie die gedankenlose Jugend von heute, und deshalb sei es in früheren Jahrhunderten eben auch kaum zu Unglücken gekommen. Man könnte dem freilich entgegnen, dass in früheren Jahrhunderten auch sehr viel weniger Häuser, Wintergärten und Elektrohäuschen herumstanden.

Gut möglich, dass die Verbotsdiskussion schon diesen Samstag (im wahrsten Sinne des Wortes) neue Nahrung erhält, denn am 14. Februar ist Valentinstag, der auch in Vietnam von Jugendlichen begeistert gefeiert wird. Am liebsten, indem man sich gegenseitig liebe Sachen wünscht, und sie in die Luft wirft.

(Denn muss man leider feststellen: So gefährlich die Sache sein mag – sie macht unzweifelhaft einen Riesen-Spaß.)

3 Responses to Himmel und Feuer

  1. GF says:

    Regen vor allem vermasselt das Hochsteigen der Laternen!!

  2. Tu says:

    ôi, das letzte foto. schoen.
    ja genau, „sie macht unzweifelhaft einen Riesen-Spaß“

  3. Tu says:

    hey, ich habe im google „ngu ngon Viet Nam“ gesucht, weil „ngu ngon“ wenn man so schreibt dann bedeutet nicht nur „Schlaf gut“, sondern auch „Fabel“. Oh mein Gott, ich moechte Fabel suchen, dann finde ich wieder dieses Blog. :)))))
    bis bald, „Fabel Vietnam“

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