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Ruf die Polizei

Es gibt noch einen wichtigen Nachtrag zu den Verkehrsregeln auf vietnamesischen Autobahnen und Landstraßen. Ich bin nämlich bei meiner Rückfahrt vergangene Woche nach Hanoi angehalten worden. Von der Polizei. Gleich zweimal.

Das erste Mal war ich mir nicht ganz sicher, ob der Wink mit dem Polizeistock mir galt. Vietnamesische Polizisten fahren nämlich nicht mit Blaulicht und Streifenwagen hinter einem her oder vor einem her, sondern sie stehen in Uniform am Straßenrand und winken. Das muss eine eher frustrierende Aufgabe sein, denn auf diese Weise stoppt man dahinrasende Autos nicht unbedingt effizient. Manchmal laufen sie auch direkt auf die Fahrbahn, das ist dann schon deutlicher, allerdings auch deutlich gefährlicher für die Polizisten selbst.

Der erste Polizist jedenfalls lief halb auf die Fahrbahn und winkte. Ich habe den Fuß vom Gas genommen, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, er meint nicht mich, sondern irgend jemanden hinter mir. Also fuhr ich vorbei. Erst ein Blick in den Rückspiegel klärte mich darüber auf, dass niemand hinter mir war.

Autsch. Einen Polizisten zu ignorieren ist sicherlich keine gute Idee, oder? Was würde er wohl jetzt machen?

„Wenn es wirklich dir galt, dann funkt er halt die nächste Streife auf dem Weg an, damit die dich abfangen“, sagt mein vietnamesischer Begleiter.

Aha. Naja, das ist zwar nicht sehr beruhigend, aber schau’n wir halt mal. Etwa zwanzig Minuten und mindestens eine Abbiegung später fuchtelt tatsächlich wieder ein Polizist vor mir herum. Diesmal wirkt er recht entschlossen und böse. Und er meint eindeutig mich. Ich fahre an den Straßenrand. Au weh. Was auch immer der erste Polizist mich für schuldig befunden hat, es wird sicherlich schwierig, dem zweiten auszureden, dass ich es getan habe. Oder vielleicht habe ich es ja sogar wirklich getan? Bin ich schnell gefahren? Naja, schon, irgendwie. Habe ich rechts überholt? Ja, gezwungenermaßen.

Der Polizist kommt langsam auf den Wagen zu. Offenbar ist er misstrauisch. Wie in diesen US-Filmen, wo die Polizei dich aus 50 Meter Entfernung dazu zwing, aus dem Wagen auszusteigen. Das macht er dann allerdings nicht, sondern kommt an das Seitenfenster.

Ich entscheide, dass dies ein sehr guter Moment ist, um nicht Vietnamesisch zu sprechen. Mein vietnamesischer Begleiter dreht demonstrativ gelangweilt den Kopf zur Seite, und die zwei anderen Deutschen auf dem Rücksitz schlafen eh.

„Hallo und Guten Tag“, sage ich freundlich lächelnd auf Englisch. Der Polizist schaut etwas verwirrt, noch misstrauischer, und lugt in den Wagen hinein, um herauszufinden, ob mein Begleiter Vietnamese ist, oder vielleicht doch Japaner oder Koreaner.

„Wie kann ich Ihnen helfen?“, sage ich nochmal auf Englisch. Der Polizist schaut mich wieder grummelnd an und rollt dann mit den Augen. Dann winkt er mich halb gnädig, halb ungnädig weiter.

Ich habe auch schon von anderen Ländern gehört, wo Sprachbarrieren bei korrupten Polizisten absolut keine Probleme darstellen, und bevorzugt Ausländer geschröpft werden. Zumindest in dieser Hinsicht zeigt sich Vietnam von einer sehr korrekten Seite: Wenn ich dir nicht erklären kann, was du falsch gemacht hast, dann bist du auch nicht verpflichtet, zu zahlen. Deutsche Expatriates, die sich bevorzugt von vietnamesischen Fahrern herumkutschieren lassen, sind da eindeutig schlechter dran: Die zahlen nämlich fast immer. Also, erst zahlt der Fahrer, und dann zahlen sie. Den Fahrer.

Was genau ich falsch gemacht habe, oder ob mein Wagen einfach nur so aussah, als säße da jemand, der genug Geld hat, weiß ich allerdings bis heute nicht.

One Response to Ruf die Polizei

  1. m says:

    Hallo,
    in Russland ist mir rein sprachlich das Gegenteil passiert: Wir wurden herausgewunken, weil wir angeblich ein Geschwindigkeitsschild übersehen hatten und 20 kmh zu viel gefahren waren. Die Polizeistreife stand erstens 10 Meter hinter dem Geschwindigkeitsschild (so schnell auf die Bremse treten, ging fast nicht) und zweitens knapp einen Kilometer hinter der Grenze. Wir waren also gerade eingereist und hatten keine Rubel mit und auch noch keine Gelegenheit gehabt, welche zu tauschen.
    In meinem Reiseführe hatte ich gelesen, dass kein russischer Beamter berechtigt ist, andere Währungen als Rubel als Strafgelder zu kassieren.
    Ich fühlte mich also auf der sicheren Seite. Der Polizist hatte den Satz mit dem Zuschnellfahren wahrscheinlich auf Deutsch auswendig gelernt. Mehr Deutsch konnte er nicht. Ich habe dann auf Russisch viel Asche auf mein Haupt gestreut, erklärt, leider keine Rubel zu haben und geschworen, das nächste Mal besser auf die Schilder zu achten. Er musste uns enttäuscht weiter fahren lassen.
    Episode am Rande: Ich saß auf dem Beifahrersitz mit einem Kleinkind auf dem Schoß. Nach der mehrstündigen Grenzabfertigung hatte ich es noch nicht geschafft, das Kind wieder auf den Rücksitz zu setzen. Das wurde aber gar nicht beanstandet, obwohl es in Russland ganz sicher auch verboten ist. Was zeigt, dass die Polizeistreife gezielt Deutsche angehalten hat, um abkassieren zu wollen und gar nicht geschaut hat, was die wirklich auf dem Kerbholz hatten.
    Hätte er das Kind auf dem Beifahrersitz moniert, hätte ich ohne Diskussion gezahlt. So war mit die Sache zu blöd und zu offensichtlich eine Abkassieraktion.

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