Tod eines Mädchens

In Ho-Chi-Minh-Stadt ist ein zehn Jahre altes Mädchen ums Leben gekommen, weil es einen Geldautomaten berührt hat. Das ist leider offenbar kein verspäteter Aprilscherz. Der Automat stand wenige Meter neben ihrer Schule. Sowohl Bank als auch Polizei wollten die Sache nicht kommentieren, aber die Elektrizitätswerke erklärten, der Grund seien die Leitungen gewesen.

Im vergangenen halben Jahr waren bereits drei Kinder ums Leben gekommen, weil sie Stromleitungen am Wegesrand oder in der Nähe von Baustellen berührt hatten. Jedem Reisenden wird sofort auffallen, dass Stromleitungen in Vietnam… nunja… „oberirdisch“ verlegt werden. Genauer gesagt heißt das, sie kriechen über Bäume, winden sich an Häusern entlang, hängen quer über Straßen und sind eigentlich überall (einen Einblick gibt dieses Foto von 2008).

Ich werde in Zukunft noch mehr acht geben, als sowieso schon. Wie man unter Strom stehende Geldautomaten erkennen soll, ist mir allerdings ein Rätsel. Aber gut: Es ist Vietnam, es ist ein Entwicklungsland, es gibt Gefahren. Das wussten wir alle vorher. Vielleicht schadet es nicht, das mal gelegentlich ins Gedächtnis gerufen zu bekommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert