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Und jetzt Musik

Die Lautsprecher in den Stadtteilen habe ich ja bislang immer eher als amüsantes Kuriosum angesehen. Dass an Wochenenden morgens oder an Werktagen nachmittags plötzlich scheppernde Stimmen über Impfungen oder Verhaltensregeln informieren, und anschließend noch ein revolutionärer Marsch gespielt wird, ist immer die große Überraschung für alle Touristen und Neuangekommenen – während die Alteingesessenen schon gar nicht mehr hinhören. Oder sie es einfach als etwas hinnehmen, das Vietnam einfach „anders macht“.

Mir ging es in den letzten Jahren ähnlich. Irgendwie fand ich die Aussicht, dass dieser Anachronismus aus der Vor-Fernseh- und Vor-Internet-Zeit irgendwann verschwindet, sogar ein wenig schade.

Seit einigen Tagen beginnt diese Ansicht erheblich zu bröckeln. In der gesamten vergangenen Woche vor dem Neujahrsbeginn erklingen die Lautsprecher jeden Morgen. Und nicht nur einmal, sondern mehrmals. Gerade wieder. Zum dritten Mal heute schon. Es ist jetzt 10.30 Uhr. Am vergangenen Samstag starteten sie um 6.30 Uhr morgens.

Außerdem scheint irgend jemand die Lautstärke hochgedreht zu haben. Es ist völlig unmöglich, zu schlafen, während draußen Musik spielt, als stünden die Musiker direkt vor dem Fenster. Es wird noch schwieriger, wenn es immer wieder dasselbe Lied ist. Wenn irgend jemand einen perfiden Plan hätte, um sein Lied in die Charts zu bekommen und eine Menge Geld zu machen, indem er den Bürgern einen Ohrwurm einpflanzt: Wunderbare Möglichkeit. Freilich nur, wenn die Hörer bis dahin nicht jedes Mal schreiend davonlaufen, sobald sie das Lied ein weiteres Mal hören müssen.

Ich bin lange Zeit davon ausgegangen, dass das Lied entweder die Partei oder den Frühling besingt. Wäre logisch. Die Partei wird sowieso immer und überall besungen, und der Frühling steht kurz bevor. Tet ist in der vietnamesischen Lesart der Frühlingsbeginn.

Ich habe jetzt erfahren, es ist offenbar ein Lied, das zum Umweltschutz aufruft.

Ich bin ein großer Umweltschützer, aber jedes Mal, wenn ich das Lied ein weiteres Mal höre, überkommt mich mittlerweile der Drang, eine Plastiktüte aus dem Fenster zu schmeißen.

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