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Die heimliche Krankheit

Mehr als 40 Prozent aller Vietnamesen tragen Tuberkulose-Erreger in sich. Zum Ausbruch kommt die Krankheit allerdings nur bei etwa einem Zehntel davon. Denn in einem gesunden, kräftigen Körper bricht die Krankheit normalerweise nicht aus. Da müssen schon andere Faktoren hinzu kommen, wie Unter- und Mangelernährung, oder eine Immunschwäche wie das HI-Virus. Selbst dann aber ist Tuberkulose kein Todesurteil. Rechtzeitig entdeckt ist die Krankheit normalerweise problemlos heilbar.

Trotzdem aber gilt Vietnam als besonders schwer betroffenes Land, eben weil es viele Einwohner gibt, die nicht sorgsam genug mit ihrem Körper umgehen, sich unzureichend ernähren, und das dann noch durch übermäßigen Genuss von Tabak und Alkohol komplettieren. Auch die Aids-Rate ist erschreckend hoch, begünstigt durch eine zu hohe Anzahl Drogenabhängiger sowie nicht reglementierte Prostitution.

Hinzu kommt, dass „rechtzeitig entdeckt“ eben voraussetzt, dass Patienten auch rechtzeitig zum Arzt gehen. Das tun aber nicht alle, gerade weil Tuberkulose auch in den Köpfen der Menschen eine so unheilige Verbindung mit Aids eingeht, und deshalb als Schmuddelkrankheit gilt, und als hochansteckend obendrein. Letzteres ist falsch, zwar wird die Tuberkulose durch Tröpfchen übertragen, allerdings deutlich schwieriger als ähnlich übertragbare Krankheiten wie beispielsweise die Grippe. Selbst bei einer Familie, die über Jahre eng zusammenlebt, sind mehrere Tuberkulose-Fälle durchaus aufsehenerregend (wenn auch nicht unlogisch).

Der beste Kampf gegen die Krankheit ist damit die Aufklärung. Sowohl gegenüber Patienten, als auch gegenüber Nachbarn und Nichtbetroffenen, die mit ihrer überängstlichen Ausgrenzung möglicher Tuberkulosefälle indirekt dazu beitragen, dass die Krankheit unentdeckt bleibt und sich weiter verbreiten kann.

One Response to Die heimliche Krankheit

  1. mm says:

    Auch in Deutschland galt Tuberkulose in den 1950er Jahren als Armutskrankheit und wurde gern verschwiegen. Mein Vater war damals daran erkrankt. Nur seine Eltern wussten davon, nicht einmal seine Geschwister. Ob die zu klein waren, um sie damit zu belasten oder ob man Angst um den guten Ruf der Familie hatte, weiß ich nicht so genau. Nachbarn etc. sollten es auch nicht erfahren. Der mehrmonatige Klinikaufenthalt wurde als ein auswärtiger Lernaufenthalt uminterpretiert.
    Über die Gründe fürs Verschweigen kann ich heute nur spekulieren, weil alle eingeweihten Akteure nicht mehr leben. Es mag auch eine Rolle gespielt haben, dass ein Bruder meines Vaters ein paar Jahre zuvor an Tuberkulose gestorben ist. Aber vermutlich wurden Familien mit Tuberkulosekranken auch von anderen Familien gemieden und ausgegrenzt.

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