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Die Bedeutung des Japanhandels

Die Küstenstadt Hoi An in Mittelvietnam ist nicht nur ein beschauliches Touristenziel, sie rühmt sich auch einer herausragenden Geschichte als Hafen- und Handelsstadt. Japanische und Chinesische Schiffe legten im Hafen von Hoi An in den vergangenen Jahrhunderten an, um hier Waren zu kaufen, und die Stadt auf diese Art und Weise reich zu machen.

Bis vor kurzem war mir allerdings nicht richtig klar, warum genau die Schiffe nach Hoi An kamen, und warum die ganze Angelegenheit eine so geschichtliche Besonderheit ist. Die Antwort hat unter anderem mit innervietnamesischer Geschichte zu tun. Im siebzehnten und im achtzehnten Jahrhundert war Vietnam gespalten. Im Norden regierte die Trinh-Familie (offiziell als Statthalter der Le-Dynastie), im Süden regierten die Nguyens. Genau genommen regierten sie da nicht nur, sondern sie eroberten den Süden gleichzeitig auch, und machten Vietnam zu dem Land, wie es heute aussieht.

Hoi An war Nguyen-Hafen. Und die Nguyen-Familie versuchte alles, um den Handel mit Japan und China zu fördern. Es sollte eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen, und damit eine unschätzbare Rettungsleine im Bürgerkrieg gegen den Norden werden. Denn der Norden hatte mehr Land, mehr Bevölkerung und ein jahrhundertealtes, gewachsenes Verwaltungssystem. Der Süden war in all diesen Bereichen unterlegen.

Dafür hatte er Handel. Seit 1601 bemühte sich Nguyen Hoang intensiv um die japanische Gunst. Er schrieb regelmäßig Briefe an den japanischen Herrscher, er adoptierte einen japanischen Händler als Sohn, und Hoangs leiblicher Sohn und Regierungsnachfolger verheiratete sogar schließlich die eigene Tochter mit einem weiteren japanischen Händler. Eine Strategie mit Erfolg. Zwischen 1610 und 1635 legte etwa ein Viertel der japanischen Hochseedschunken regelmäßig in Hoi An an. Sie kauften Seide, und sie konnten hier mit den Chinesen handeln, deren Regierung zu dieser Zeit die eigenen Häfen geschlossen hatte. Hoi An wurde zu einem internationalen Umschlagplatz der asiatischen Mächte. Innerhalb kurzer Zeit gab es scheinbar alles hier: Leder und Tierhäute aus Siam, Gewürze aus Kambodscha. „In Tongking [dem nordvietnamesischen Hafen der Trinhs] gibt es dagegen nur Reis“, notierte ein zeitgenössischer chinesischer Händler.

Als zwischen 1627 und 1672 der Bürgerkrieg zwischen Trinhs und Nguyens in eine heiße Phase überging und gleich mehrere Schlachten geschlagen wurden, genügte offenbar ein Brief an das Königshaus in Japan, um einen sofortigen Handelsbann mit dem nördlichen Vietnam zu erreichen. Die Japaner schätzten Hoi An als Umschlagplatz mit günstigen Zöllen, an dem man besonders angenehm handeln konnte.

Und sie schätzten offenbar auch die Vietnamesen. Aus einem zeitgenössischen Wörterbuch geht hervor, dass die Vietnamesen im Gegensatz zu allen anderen südostasiatischen Völkern nicht als „entfernte Barbaren“ (gaii) eingeordnet wurden, sondern in die weitaus vorteilhaftere Kategorie der „anderen Länder“ (ikoku).

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