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Heldenstammbäume

Der Urheld und Urvater aller Vietnamesen war, wie am Freitag erwähnt, Lac Long Quan. Nun müssen auch Helden irgendwie gezeugt werden, sonst hätte ja auch der deutsche Ausspruch „Heute ist ein Tag zum Heldenzeugen“ gar keinen Sinn. Seine Mutter, heißt es, war eine Drachenhalbgöttin, oder ein weiblicher Drachengeist (Than Lang Nu). Sein Vater war ein mythischer König aus Südchina, der dort nicht weniger als ein „Königreich der Roten Teufel“ regierte.

Dessen Vater wiederum, und hier wird die Sache interessant, war der Kaiser De Minh. Der heiratete (da uns ja langsam die Superlative ausgehen) ein weibliches Sternenbild, das dann logischerweise die Großmutter von Volksheld Lac Long Quan war. Großvater De Minh wiederum war ein der Enkel des vietnamesischen Kaisers Shen Nung. Und das ist wichtig.
Wie, der sagt uns nichts? Liegt daran, dass wir Europäer sind. Wir befinden uns hier gerade in den tiefsten Tiefen vormythologischer Götter- und Heldenzeit. Nochmal zur Rekapitulation: Lac Long Quan war der mythischer Vater von anderthalb Dutzend Hung-Königen, die angeblich knapp 3000 Jahre lang regierten, alle so im Schnitt 150 Jahre lang. Alles vor Christi Geburt versteht sich. Und wir reden gerade von einem Urururgroßvater von Lac Long Quan. Das ist also alles sehr lange her.

Der bei den Chinesen bekannte mythische Shen Nung war eine Art Prometheus des chinesischen Altertums. Er brachte zwar nicht das Feuer, aber den Reisanbau, und wurde später zu einem Gott der Landwirtschaft. Er interessiert uns deshalb, weil er abgelöst wurde von Huang-di, dem „Gelben Kaiser„. Der ist der Vater aller Han-Chinesen und regierte angeblich auch so grob um 3000 vor Christus.

Anders gesagt: Lac Long Quans Urururgroßvater ist älter als der Gelbe Kaiser. Damit ist dann auch die vietnamesische Ahnenlinie älter als die chinesische. Ätsch.

Die ganze Sache hat einen Haken: Der gesamte Stammbaum, wie ich ihn eben überliefert habe, ist niedergeschrieben in vietnamesischen Geschichtsbüchern aus dem 15. Jahrhundert. Das sind leider auch fast die einzigen Zeugnisse, die wir aus vietnamesischer Sicht für das gesamte erste Jahrtausend zur Verfügung haben, unter anderem weil die Chinesen zahlreiche Schriften und Archive während ihrer Regierungszeit nach Norden verschleppten, wo sie verloren gingen (wen interessieren schon irgendwelche Schriften südländischer Barbaren?).

Das 15. Jahrhundert ist deshalb von Bedeutung, weil Vietnam da gerade mal wieder eine kurze Zeit chinesischer Herrschaft abgeschüttelt hatte. Es ist also zu vermuten, dass sich eifrige Autoren und Schreiber daran machten, jetzt aber möglichst mal bitte ein für allemal zu beweisen, dass die Vietnamesen älter sind als die Chinesen, und diese gefälligst die Finger vom unabhängigen Süden lassen sollen.

Eine andere vietnamesische Quelle, die früher entstand, erwähnt von all diesen mythischen Vorfahren nämlich nichts. Dort heißt es, der erste Hung-König habe etwa 700 vor Christus seine Regierung begonnen. Das würde deutlich besser zu den 18 Generationen passen. Hat aber einen Nachteil: Man wäre nicht mehr älter als China.

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