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Sonnenschein statt Sturm

Ich habe auch durch meinen beruflichen Einsatz einige Freunde auf den Philippinen, und bin dementsprechend betroffen von der Verwüstung dort. Die Schneise, die der Wirbelsturm Haiynan geschlagen hat, führt direkt an einigen Inseln vorbei, auf denen ich auch schon beruflich oder privat war.

Was Vietnam angeht entpuppte sich Haiyan allerdings eher als Sturm im Wasserglas. Er war heftig, aber bei weitem nicht so monströs wie die Vorberichte dazu, die einen glauben ließen, das schlimmste Ereignis der vergangenen 100 Jahre stehe bevor. Die Schäden, die der Sturm an der vietnamesischen Küste hinterlassen hat, werden sich wohl erst im Laufe des Tages abzeichnen, aber es steht jetzt schon fest, dass gar kein Vergleich zu der Katastrophe auf den Philippinen besteht.

Vietnam hatte Glück, weil der Sturm kurzfristig seine Richtung änderte, und die Küste nach Norden zog. Dadurch verlor er dann doch erheblich an Kraft. Die Co-Autorin meines zweiten Buches, Anemi Wick, hat dazu einen Artikel für die „Welt“ geschrieben, und sehr schön dargelegt, wie die Richtungsänderung zwar die Rettungsmannschaften bis kurz vor die Verzweiflung getrieben, aber ansonsten eher für Entwarnung gesorgt hat.

Ganz allgemein: Hanoi ist von Wirbelstürmen aller Art meist am wenigsten betroffen. Wir liegen zwei bis drei Autostunden landeinwärts, dadurch kann es schon mal nicht zu nennenswerten Überflutungen kommen, und die Kraft der Stürme schwächt sich dadurch meist auch schon ab. Im Juni erinnere ich mich an einen Sturm, der vom Balkon meiner Wohnung aus ein beeindruckend-beängstigendes Naturschauspiel war, mit Regenwasser, das aussah, wie quer durch die Luft geblasene Wildwasserflüsse. Selbst da gab es aber aus städtischer Sicht wenig beängstigendes zu berichten, mal abgesehen davon, dass der Strom ausfiel. (Der fällt aber auch aus, wenn die Sonne scheint, und die Pegel der Wasserkraftwerke sinken). Im vergangenen Jahr ist direkt vor meiner Haustür mal ein Taxifahrer von einem Baum erschlagen worden. Das war in der Tat schockierend, aber die Tatsache, dass es so schockierend war, sagt schon ein wenig darüber aus, wie selten diese Vorfälle sind. Damals war auch die Fahrt durch die Innenstadt ein Erlebnis, an mehreren Stellen lagen umgestürzte Bäume. Daraus übrigens entstand das Bild für das Kapitel 124 „Taifun“ in „151 Vietnam“. Wie ich auch schon im Buch schrieb: Hinter vereinzelten Zerstörungen mögen sich schlimme persönliche Schicksale verbergen, aber im Vergleich mit dem, was manche Fischer an der Küste erleben, oder eben jetzt gerade die Philippinen, ist das nichts Bemerkenswertes.

Insofern danke ich für alle besorgten E-Mails, wundere mich aber auch ein klein wenig über die Berichterstattung in Deutschland, in der offenbar von mehreren Seiten suggeriert wurde, Hanoi bereite sich auf einen unglaublichen Katastrophenfall vor. Das erscheint mir, selbst wenn Haiyan mit voller Wucht auf Mittelvietnam geprallt wäre, doch nicht sehr logisch. Mal so ausgedrückt: In Hanoi sterben jährlich sicherlich mehr Menschen durch Verkehrsunfälle, als durch Wirbelstürme.

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