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Niemand quatscht Onkel Ho dazwischen

Ho Chi MinhWer es noch nicht getan hat: Heute lohnt es sich mal wieder, in unser Programm reinzuhören. Es gibt nämlich drei Sätze einer Originalaufzeichnung von Ho Chi Minh, der am 19. Dezember 1946 zum Generalaufstand gegen die Franzosen aufrief. Wo tat es das? Natürlich über das Radio. Über „unser“ Radio.

Das Kuriose dabei: Bekanntlich werden alle unsere Originalzitate mit „Voice over“ synchronisiert. Es erklingen die ersten Worte, dann dient die Originalstimme nur noch als Stimmbett für die deutsche Übersetzung.

Nicht bei Onkel Ho. Unser männlicher Redakteur wartete in Ehrfurcht ab, bis sämtliche Sätze zu Ende gesprochen wurden, und übersetzte erst dann.

Streik gegen die FranzosenAnders gesagt: Heute ist also der 60. Jahrestag des Anfangs des Kriegs gegen die Franzosen. Die Stadt ist dementsprechend rot beflaggt, und im Fernsehen läuft gerade eine Live-Übertragung einer großen Show vor dem Ho-Chi-Minh-Mausoleum. Auf einer Tanzbühne tanzen Männer in Soldatenkleidung um hübsche Frauen herum. Dazwischen kommen Einblendungen von Filmausschnitten des Kriegs, unterlegt mit lustiger, fröhlicher Musik.

Es sind wieder solche Momente, in denen einem bewusst wird, welch weiten Weg Europa seit dem Zweiten Weltkrieg genommen hat.

(Die deutsche Wikipedia verzeichnet dieses Ereignis zum 19. Dezember übrigens nicht. Die französische berichtet „In Hanoi starten Attacken des Vietminh auf die Franzosen.“ Und hier macht man einen Nationalfeiertag draus. Auch interessant.)

Ho Chi Minh MuseumAnsonsten denke ich, haben wir es halbwegs geschafft, den Beitrag über den Kriegsanfang von allen Propaganda-Vokabeln (Kampf gegen die Aggressoren, ruhmreicher Sieg, weise Führung der kommunistischen Partei, usw.) zu entschlacken. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass unter dem verkrusteten Gerüst oft wirklich interessante Beiträge heraus kommen, wenn man sie mal in nüchternes, journalistisches Deutsch übersetzt.

Ho Chi Minh MausoleumDie Ehrfurcht vor Ho Chi Minh ist jedenfalls kaum in Worte zu fassen. Als ich im August an einem ganz normalen Tag das Mausoleum besuchte, wand sich die Schlange einmal durch das riesige Gelände und gleich noch durch das angrenzende Wohnviertel. Wären wir in einem Vergnügungspark gewesen, hätten wir uns vermutlich unter einem Schild mit der Aufschrift „Sie warten hier nur noch 7 Stunden“ eingereiht.

In diesem Fall waren wir in einer guten Stunde drin.

Das liegt daran, dass im Inneren alle in stetigem Schritt am gläsernen Sarg vorbeilaufen müssen. Stehenbleiben genauso verboten wie laut sprechen.

Mein Kollege fragte mich nach der Sendung, ob er den Text gut gesprochen hätte. Das hat er noch nie vorher gefragt.

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