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Verehrung für die Bürokraten

TempelVietnamesische Religion ist, gelinde gesagt, ein wenig verworren. Das liegt zum einen daran, dass sich im Laufe der Jahrhunderte gleich mehrere religiöse Traditionen vermischt haben, ohne dass eine davon wirklich dominierend wurde. Zum anderen wird die Sache dadurch erschwert, dass viele Vietnamesen heute selbst nicht mehr so viel über Religion wissen. Der atheistische Kommunismus hat da ganze Arbeit geleistet.

Zum 1. Weihnachtsfeiertag ging es als Tagesausflug nach Co Loa, einem Dorf an der Stadtgrenze von Hanoi, auf dessen Gelände um 200 vor Christus die erste Hauptstadt einer Art vereinigten Vietnams entstand (was damals bedeutete: alle Bewohner der Berge und der Ebenen in Nordvietnam waren unter einer Herrschaft). Hier errichtete der damalige König, von dem heute nicht ganz klar ist, ob er „Vietnamese“ war oder ein chinesischer Kriegerfürst, eine Zitadelle.
Von der damaligen Zitadelle ist nicht mehr viel übrig, außer Erdwällen, die zur Befestigung gehört haben sollen, zwei Tempeln und einer Pagode.

AltarHier fängt es aus in theologischer Hinsicht an, kompliziert zu werden. „Pagode“ ist alles, was mit Buddhismus zusammenhängt, während „Tempel“ den gesamten Rest beschreibt. In Tempeln werden meist Schutzheilige verehrt. Das sind Leute, die etwas Besonderes für einen Ort getan haben. Da jeder Ort mindestens einen Schutzheiligen braucht, reicht es als besondere Tat meist aus, den Ort gegründet zu haben. Darüber hinaus aber gibt es keine Grenzen. Hier fangen auch die Religionen an, sich zu vermischen. Beispielsweise werden auch Figuren aus dem Daoismus (den kennt man in Europa wegen „Yin“ und „Yang“) oder teilweise auch aus dem Buddhismus oder einfach aus geisterweltlichen und abergläubischen Traditionen in Tempeln verehrt. Manchmal auch alles gleichzeitig, die Vietnamesen sind da nicht sehr wählerisch.

Tempel von außenIn diesem Fall wurde in dem Tempel besagter König verehrt, der damals an diesem die Hauptstadt gründete. Die Lebende besagt, dass eine Schildkröte ihm einen Bogen schenkte, der 1000 Pfeile auf einmal abschießen konnte. Die Schildkröte wirde dementsprechend ebenfalls verehrt. Ebenso wie der General, der dem König zeigte, wie man den Bogen anwendet. Außerdem dazu noch die Verwalter, die sich um administrative Fragen des Königreiches kümmerten.

Es ist demnach die erste heilige Stätte der Welt, in der ich einen Altar für Bürokraten gesehen habe.

Phoenix, heiliges TierVor jedem kleinen Altar stehen Spendentöpfe. Macht allein in diesem Tempel vier Spenden. In den Tempel gehen ist für Vietnamesen ziemlich teuer. Aber man weiß ja nie… vielleicht lohnt es sich ja, und man bekommt ein Geschenk von einer Schildkröte.

Vor dem Tempel saßen Frauen und machten es umgekehrt: Sie gaben Schildkröten an Touristen weiter. Allerdings auch nur gegen Geld.

An Ort und Stelle fanden auch mehrere Ausgrabungen statt. Man fand dabei eine beachtliche Zahl an bronzenen Pfeilspitzen. Was natürlich andererseits kein Wunder ist: Bei 1000 Pfeilen pro Schuss kommt einfach einiges zusammen.

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